Heirat auf Russisch
Ein Bericht von Tom. Diesmal aus Duisburg. Lothar und seine Frau kenne ich schon länger. Lothar ist Busfahrer bei den städtischen Verkehrsbetrieben, Ende 30. Seite Frau ist etwa gleichaltrig, sehr attraktiv und Russin. Er ist einer dieser Menschen, die ihrem gegenüber nicht in die Augen sehen können und wirkt dadurch immer etwas verschlagen. Swetlana, seine Gemahlin, ist stets in figurbetonende Kleider gewandet. Sie trägt nur feinste Dessous und halterlose Strümpfe oder gar Strapse.
Ekaterina hat gut Lachen: Die russische Tänzerin, die auch als Fotomodell arbeitet, heiratete einen pensionierten Beamten aus Deutschland. Als der Alkoholiker starb, entdeckte die 23-jährige Witwe 15.000 Euro auf dem Sparbuch des Verstorbenen.
Swetlana und Lothar halten sich streng an die Geschäftsgrundlage ihrer Ehe. Und die Geschäftsgrundlage einer Ehe zwischen einem deutschen Mann und einer russischen Frau ist fast ohne Ausnahme immer dieselbe. Sie bietet ständige sexuelle Verfügbarkeit und er zumindest ein klein wenig materielle Sicherheit.
Lothar und Swetlana haben sich vor mehr als zehn Jahren, kurz nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs kennen gelernt. Lothar hat damals Senioren in ihre alte Heimat Ostpreußen gefahren. Dazu gehörte natürlich auch ein Besuch in der alten ostpreußischen Metropole Königsberg, heute Kaliningrad. Und dort hat er dann Swetlana getroffen. Der linkische Typ mit den stets auf den Boden gerichteten Augen ist für Swetlana ein Märchenprinz von einem anderen Stern. Bei jeder Tour nach Ostpreußen lässt er bei ihr paar hundert Dollar. Für Swetlanas Verhältnisse ein Vermögen. Dafür steht sie gern bei jedem seiner Trips nach Kaliningrad mit frisch rasierter, gepuderter und parfümierter Möse bereit für ihn.
So etwas, das weiß auch Lothar, wird ihm eine deutsche Frau niemals bieten. Und so heiratet er Swetlana. Nach orthodoxem Ritus in Russland.
Das vermeintliche Schloss in Duisburg entpuppt sich dann zwar als heruntergekommenes Reihenhaus, aber immerhin funktioniert, anders als in Kaliningrad, die Heizung. So fügt sich Swetlana in ihr Schicksal. Auch dass sie nicht nur Lothar sexuell zur Verfügung stehen muss, nimmt sie hin. Denn Lothar ist Swinger. Es macht ihn an, wenn seine Frau in den Clubs von fremden Männern durchgebumst wird und er dabei zusehen kann. Pornos drehen die beiden natürlich auch. Lothar immer mit Maske, wegen seines Jobs als Busfahrer. In diversen Model-Verzeichnissen im Internet ist Swetlana zu finden. Immer mit dem Hinweis, dass sexuelle Kontakte ausgeschlossen seien. Ist natürlich glatt gelogen.
“Letzte Woche haben wir mit Fred gedreht, Joe”, gesteht Swetlana. Fred ist in der Branche berühmt und berüchtigt. Wenn er in Stimmung ist, lässt er die Kamera laufen, pimpert die Modelle oder lässt sich einen blasen. Fast alle, die ich kenne, machen mit und beschweren sich hinterher, dass das so doch nicht abgesprochen gewesen sei.
“Und”, grinse ich die blonde Schönheit an, “hat er sein Ding auch reingesteckt?” Swetlana nickt: “Als Lothar mich von hinten gevögelt hat, hat Fred mir seinen Schwanz in den Mund gesteckt.” “Und dabei hat er aufrecht gestanden”, füge ich hinzu. Wieder nickt Swetlana. Das ist Freds Trick. So ist sein Kopf nie im Bild. Und in seiner Heimatstadt kann er weiter dem Kreis der Honoratioren angehören.
Nun mache auch ich mich an die Arbeit. Lothar setzt seine Maske auf, Swetlana hebt ihr Röckchen und beide beginnen gepflegt zu vögeln. Ohne Schwierigkeiten bekomme ich eine gute Szene in den Kasten.
In Russland warten Kohorten von Frauen auf ein Leben mit funktionierender Heizung
Ich kenne keine deutsch-russische Ehe, in der das anders läuft. So ist es bei Robert und Olga, von denen ich schon berichtet habe, mit dem Unterschied, dass Robert seine Schwiegermutter Natascha dazu noch in den Puff schickt.
Genau so ist das Spiel zwischen Bernd und Alla. Sie leben bei München. Allerdings steht Alla nur für Masturbationsszenen zur Verfügung. Bernd, im Moment arbeitslos, will sich die Chancen auf einen neuen Job als Großhandelskaufmann nicht verderben.
Und in Russland warten Kohorten von Frauen aller Alterklassen auf ein Leben mit funktionierender Heizung. Nachdem Tschechien und auch Polen in der EU sind, brauchen Frauen aus diesen Ländern sich mit den Verlierern aus Deutschland nicht mehr abzugeben.
Die Russin dagegen muss noch immer den alten Weg gehen.
Unzählige Agenturen preisen im Internet ihre Ladys an. Solche Seiten haben, richtig gelesen, einen hohen Unterhaltungswert.
Damen bis 25 setzen, oft mit Bikini-Fotos, schlicht auf ihre Jugend. Übergewichtige meiden sorgsamst das Ganzkörperfoto und wuchten stattdessen ihre XXL-Titten formatfüllend ins Bild. Wenn dem potentiellen Freier nicht klar ist, dass an diesen Damen neben den Titten auch alles andere überdimensional fett ist, ist ihm nicht zu helfen.
Auffallend ist, dass auch blutjungen Mädchen laut ihren Selbstbeschreibungen das Aussehen ihres zukünftigen Ehemannes ziemlich schnuppe ist. Selbst ein Alterunterschied von 30 Jahren und mehr ist in den allermeisten Fälle kein Hindernis. Es zählt eben nur das Herz ... Ganz direkt nach dem Kontostand zu fragen, finden überraschenderweise sogar diese Russinnen unschicklich. Dennoch ist eine “gesicherte Existenz” fast immer gewünscht. Oder “gemeinsame, romantische Reisen durch die ganze Welt”. Herrlich auch “jede Liebe scheitert, wenn über Geld gestritten wird”.
Bei solcher Konkurrenz müssen Damen ab 25 schon größere Geschütze auffahren, um eine Chance auf einen Traumprinzen aus dem Westen zu haben. Ab dieser Altersgruppe werden die Röcke auf den Fotos immer kürzer, die Absätze der Schuhe immer höher. In der nächsten Eskalationsstufe ist dann, natürlich völlig unabsichtlich, der Zwickel der Strumpfhose zu sehen. Ganz Mutige lassen hier schon die Strumpfbänder ihrer halterlosen Strümpfe blitzen.
Ab 40 müssen dann die stärksten Kaliber ran. Da rekeln sich die Damen in Korsage und Strapsen auf dem Bett oder halten schamhaft ihre Hände vor die ansonsten nackten Brüste.
Trotz allem kann auch die Russin auf diese Weise ihr Glück finden.
In einer mittleren Kleinstadt in der Nähe von Hamburg lebt Ekatarina. Zwar steht sie für Pornos nicht zur Verfügung, aber als Fotomodell ist sie wirklich Klasse. Über eine Agentur hat sich Ekatarinas Mutter vor einigen Jahren einen deutschen Senior als Versorger geangelt. Und weil an dem Glück auch ihre Tochter teilhaben sollte, besorgte Mutti einen alkoholabhängigen pensionierten Beamten als Bräutigam für das Töchterchen. Als Geschenk bekam dieser Herr zur Hochzeit satte 15.000 Euro bar auf die Hand. Und weil auch der Ausländerbehörde eine Ehe zwischen einer wahrhaft bildschönen russischen Tänzerin von 23 Jahren und einem alkoholkranken Pensionär merkwürdig vorkommen könnte, bezog Ekatarina bei ihrem Mann ein Kinderzimmer. Formal lebten sie also tatsächlich zusammen. Vögeln ließ sich Ekatarina natürlich nicht von dem alten Säufer, sondern von einem italienischen Musiker.
Doch das ganze Glück währte nur vier Monate. Dann startete Ekatarinas Gemahl sein finales Besäufnis. Nach seinem plötzlichen Ableben war Ekatarina, die liebende Gattin, Alleinerbin. Ausgestattet mit einer prima Witwenpension ging sie zur Bank. Und dort fanden sich auf einem Sparbuch sogar ihre 15.000 Euro nebst weiterer 30.000 Euro. Glück muss frau haben.



