Teil 1 - Die Huren aus dem Wohnmobil
Bundesstraße 3, südöstlich von Soltau. Auf einem Parkplatz am Waldrand steht ein Wohnmobil. Die Vorhänge sind zugezogen. Und wer genau hinschaut, der merkt: Das Fahrzeug wippt leicht auf und ab. Logisch. Denn Natalya (26) ist bei der Arbeit. - Sie wollte unbedingt in den Westen: Fabrikarbeiterin Natalya (26) aus Moskau. Gelandet ist sie an der Straße. In einem Puff auf Rädern bedient die junge Frau einen Freier nach dem anderen. Ein Bericht von Tobias Nolte.
Rollender Verkehr: In solch einem Wohnmobil verrichtet Natalya ihre Lustarbeit. "Wenn es an einem Ort nicht läuft, fahre ich einfach in die nächste Stadt", erklärt die 26-Jährige.
Bundesstraße 3, südöstlich von Soltau. Auf einem Parkplatz am Waldrand steht ein Wohnmobil. Die Vorhänge sind zugezogen. Und wer genau hinschaut, der merkt: Das Fahrzeug wippt leicht auf und ab. Logisch. Denn Natalya (26) ist bei der Arbeit.
Natalya (26) von der B3: “In meinem Wohnmobil herrscht immer fließender Verkehr”
Splitternackt macht die gut gebaute Russin ihren Job. Hinten, auf der Rückbank des Wohnmobils. Diesmal dauert es nicht sehr lange. Mit einem tiefen Seufzer sackt ein Typ über ihr zusammen, steht abrupt auf und zieht sich an.
“War gut?”, fragt Natalya mit starkem Akzent. Statt einer Antwort nickt der Freier nur. “Schön”, sagt sie. “Dann bis nächste Woche, okay?” Sie weiß, dass es so sein wird. Denn der Mann ist jeden Freitag nachmittag bei ihr. In der größten Stoßzeit. Natalya kennt ihre Stammkunden.
Inzwischen ist es fast drei Jahre her, dass sie die B 3 nahe der Autobahn zu ihrem Revier erklärt hat. Anfangs gab es reichlich Ärger. Besonders durch die Frauen aus der Umgebung. Die wollten die “Nutte von der Landstraße” unbedingt loswerden. Es hagelte Proteste bei den Behörden. Doch offenbar fand man keine rechtliche Handhabe, um Natalya zu verbieten, sich mit “Freunden” im Wohnmobil zu treffen.
Sie ist die schärfste Frau, mit der ich je im Bett war
Der männliche Teil des Bevölkerung nimmt es wesentlich lockerer. Viele freuen sich über die Hure. Auch Karl (54), ein Vertreter für Landmaschinen. Gespannt wartet er in seinem alten Mercedes darauf, dass Natalya ihre Vorhänge wieder beiseite schiebt. Und kaum ist sein Vorgänger weg, darf Karl ran. Natalya: “In meinem Wohnmobil herrscht immer fließender Verkehr.” Kein Wunder. Karl meint: “Sie ist die schärfste Frau, mit der ich je im Bett war. Sexuell eine echte Sensation!”
Genauso sah es auch Jurek (38), als er das Russen-Girl in Moskau kennen lernte. Sie wollte unbedingt nach Deutschland. Und er half ihr gern dabei. Natalya: “Ich wusste, was auf mich zukommen würde. Jurek war ganz offen zu mir. Er sagte, als Hure könne ich im Westen eine Menge Geld verdienen.” Macht sie auch. Im Vergleich zu ihrem Job als Fabrikarbeiterin in Russland. Gleichzeitig zahlt sie einen sehr hohen Preis.
Kaum waren sie damals über die Grenze, nahm Jurek ihr den Pass ab. “Wegen der Anmeldung”, murmelte er. Natalya glaubte ihm. Doch angemeldet ist sie bis heute nicht. Weder beim Einwohneramt noch bei der Kranken- oder Sozialversicherung. Die 26-Jährige besitzt auch keine Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung.
“Einmal habe ich Jurek nach meinem Pass gefragt”, erzählt die junge Frau. “Da wurde er sehr böse - rechnete mir vor, was er alles schon für mich getan und besorgt hat: eine kleine Wohnung, Sachen zum Anziehen, das Auto, ein Handy. Also sprach ich ihn nie wieder darauf an ...”
Ohne Murren akzeptiert Natalya auch, dass Jurek von jedem Hunderter ihres hart erarbeiteten Liebeslohns 80 Euro abkassiert. “Damit zahle ich die Raten für das Wohnmobil ab, die Steuern, die Versicherung und so weiter”, sagt sie. “Den Rest bringt Jurek für mich auf ein Konto bei der Sparkasse,” Glaubt sie. Natalya: “Wenn wir genug Geld gespart haben, um in Moskau eine Bar aufzumachen, werden wir gemeinsam zurück nach Russland gehen.” Wann das in etwa sein wird? Natalya mag Jurek nicht fragen. Insgeheim hat sie wohl Angst vor seiner Antwort ...
Zweiter Teil folgt

Tobias Nolte schrieb obige erotische Geschichte. - Der begeisterte Regatta-Segler ist 47 Jahre alt und schreibt seit seinem 14. Lebensjahr. Zwölf Jahre war er Reporter bei verschiedenen Lokalzeitungen in Deutschland und Dänemark. Nolte lebt heute abwechselnd in Kopenhagen und Amsterdam.
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