Lulu (25, früher Buchhalterin): “Will ein Ex-Kollege heute mit mir kuscheln, muss er zahlen”
"Keine Sorge. Ich werde Ihnen ganz bestimmt auffallen", versprach Lulu am Telefon. Und sie hat Recht. Als wir uns dem vereinbarten Treffpunkt, einem Bistro im Zentrum der westfälischen Kleinstadt, nähern, ahnen wir schon von weitem: die Dame mit den High-Heels an einem der Gartentische - das wird unsere Gesprächspartnerin sein.
"Fotos in meiner Wohnung? - Einverstanden." Bereitwillig öffnet Lulu die Tür zu ihrem privaten Reich. Sie lässt die Hüllen fallen. Eine atemberaubende Figur. Doch dann hält sie die Hand vor die Scham. "Fotos von meiner Muschi oder meinem Gesicht? - Nein." Ihre Begründung: "Für meine Muschi sollen Freier gefälligst zahlen. Und mein Gesicht trage ich morgens gern zum Bäcker, ohne dass mich die Leute anstarren und tuscheln. Es ist unnötig, übers Internet alle hier in der Kleinstadt aufzuklären, was ich tue. Mein Geschäft läuft auch so."
Sie ist es. Unübersehbar. Denn neben Lulu wirken andere Frauen leicht wie graue Mäuse. An der 26-Jährigen ist alles eine Spur bunter, schriller, extremer - das Blond ihrer Haare, der Duft ihres Parfüms, die Kürze ihres schwarzen Lederrocks, das tiefe Dekolleté.
“Nun, da wir uns persönlich kennen lernen, können Sie sicher verstehen: Der trockene Job einer Buchhalterin in einer spießigen Firma - das passte langfristig einfach nicht zu mir”, sagt Lulu. “Hinzu kam der ständige Stress mit den Kollegen. Die männlichen starrten mir reihenweise auf den Busen, und die weiblichen dichteten mir ohne Ende Affären an.” Stimmten die Gerüchte? Lulu: “Na ja - so viele Lover hatte ich nun auch wieder nicht. Ich ging eigentlich nur mit den Typen aus der Chefetage ins Bett, vom Abteilungsleiter an aufwärts.”
Mit einigen ihrer ehemaligen Lover aus der Firma hat die sexy Blondine noch immer Kontakt. Allerdings: Wenn die Herren heute mit ihr kuscheln wollen, hält Lulu vorher die Hand auf. Denn vor einem Jahr machte die lebenslustige Westfälin ihren liebsten Zeitvertreib zum Beruf. In einem 1-Zimmer-Apartment eines größeren Wohnblocks bietet sie ihre Liebesdienste nun gegen Bares an. “Ich habe mir gedacht: Wenn die Kerle mit mir bloß ihren Spaß haben wollen, weil es ihnen mit der Ehefrau daheim langweilig geworden ist, dann können sie auch ebenso gut für meine Leistung bezahlen”, lacht Lulu. Und ihre rauchig-erotische Stimme beschert dem Zuhörer eine angenehme Gänsehaut.
Ja, als Gattin am Arm eines seriösen älteren Herrn wäre die 26-Jährige sicherlich nicht gerade die richtige Besetzung. Aber wir können uns gut vorstellen, dass man mit Lulu zauberhafte Stunden oder auch Nächte erleben mag.
Ihren Schritt in die Selbständigkeit hat die Blondine bisher noch nie bereut. “Es läuft sehr gut”, sagt sie. “Die Zahl meiner Stammkunden wächst mit jedem Tag. Allein durch Mundpropaganda.”
Was hat unsere Gesprächspartnerin, das andere Girls in ihrem Gewerbe nicht bieten? “Bei mir gibt es Sex mit Orgasmus-Garantie!” sagt sie. Und das muss sie uns genauer erklären. Lulu: “Ganz einfach: Ich schaue bei der Arbeit nicht auf die Uhr - lasse einem Freier so viel Zeit, wie er braucht. Auf diese Weise schaffe ich eine ganz entspannte Atmosphäre. Meine Besucher haben das Gefühl, bei mir Gäste zu sein und nicht Kunden. Auf diese Weise komme ich mir selbst auch nicht wie ein reiner Befriedigungs-Roboter vor, sondern empfinde sogar Lust bei der Sache.”
Doch wie groß ist ihre Geduld, wenn ein Freier mal schlapp macht - sich bei ihm absolut nichts regt? “Keine Ahnung!” sagt Lulu. “Das ist noch nie passiert. Und ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich sowas jemals erlebe. Bis jetzt habe ich noch jeden Mann angetörnt und von meinen Freiern immer nur Komplimente gehört - wie geil ich aussehe, wie toll ich ihnen einen blasen kann oder mich im Bett bewege. Ich bin mir sicher: Falls mal ein Mann Konditionsprobleme hat - mit einem heißen Striptease, ein paar geschickten Handgriffen, lustvollem Lutschen und Lecken bringe ich ihn garantiert in Hochform!”

Tobias Nolte schrieb obige erotische Geschichte. - Der begeisterte Regatta-Segler ist 47 Jahre alt und schreibt seit seinem 14. Lebensjahr. Zwölf Jahre war er Reporter bei verschiedenen Lokalzeitungen in Deutschland und Dänemark. Nolte lebt heute abwechselnd in Kopenhagen und Amsterdam.
Erschienen am 02.9.2009 |



