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Geständnisse einer Teilzeithure

Mit ausgebreiteten Armen sitzt sie in ihrem Sessel. Zurückgelehnt, die Oberschenkel zusammengepresst; die Unterschenkel dagegen aufreizend gespreizt. Ihre langen Beine enden in hellen High-Heels. Blondine Amelie ist eine schöne Frau und ihre Körpersprache sagt: Ich bin selbstbewusst und erfolgreich. Mit welchen zwei Jobs sie ihr Konto füllt, verrät uns Amelie in einem offenen Gespräch über Glück, Geld und die Liebe.

Wie kommt eine 24-Jährige zu diesem Job? - "Ich habe die Realschule abgeschlossen. Meine Berufsausbildung gemacht, die erste Arbeitsstelle ... Aber das konnte doch nicht alles sein? Eine Freundin von mir studierte - und hatte trotzdem jede Menge Geld. Ich fragte sie, wie sie das macht? Da erzählte sie mir ihr Geheimnis. Und als sie von einem Freier für zwei Wochen nach Tunesien eingeladen wurde, habe ich kurzerhand ihre Abendtermine in Mannheim wahrgenommen ... So bin ich reingerutscht."

Sehr adrett sieht Amelie aus, als wir sie am nächsten Tag durch das Schaufenster der Parfümerie in der Mannheimer City beobachten. Freundlich und charmant berät sie die Kunden, verpackt Fläschchen als Geschenk, steht an der Kasse, verteilt duftende Probe-Päckchen. Eine ganz normale Verkäuferin halt, könnte man meinen. Doch weit gefehlt. Denn hinter der scheinbar so biederen Fassade verbirgt die 24-Jährige ein pikantes Geheimnis. Nach Feierabend arbeitet sie als Hure in einem Nachtclub.

In ihrer Mittagspause, bei einem frischen Salat im Bistro, spricht Amelie offen über ihr Doppelleben: “Ich habe Kosmetikerin gelernt, und die Arbeit in der Parfümerie ist okay - gibt mir den Anschein, ein bürgerliches Leben zu führen. Aber richtig Spaß habe ich in meinem Nebenjob. Und sahne obendrein kräftig Kohle ab.”

Amelie lacht. Was sie noch attraktiver macht. Die junge Verkäuferin hat ein hübsches Gesicht, umrahmt von langen blonden Haaren. Und sie besitzt eine sehr weibliche Figur. Nur die Augen wirken etwas müde. Trotz des perfekten Make-ups sind tiefe Schatten darunter sichtbar. Logisch.

“Gestern Abend ist es ziemlich spät geworden”, erklärt die Hobby-Hure. “Wir hatten eine Gruppe von Geschäftsleuten zu Gast. Die ließen bei uns im Club echt die Sau raus. Zwei von ihnen fuhren zudem total auf mich ab. Und mit denen habe ich es getrieben, bis es draußen schon wieder hell wurde. Da blieb mir zu Hause gerade mal Zeit für eine kurze Dusche plus Klamottenwechsel. Und dann ab zur Arbeit.”

Bei all dem Stress - Tage dieser Art sind nach Amelies Geschmack. “Solche smarten Typen wie die von letzter Nacht würde ich im normalen Leben nicht treffen”, meint die Blondine. “Der Job im Club ist schon recht interessant.”

Bestimmt auch in finanzieller Hinsicht? Amelie: “Klar. Ich muss zugeben, dass ich ein totaler Mode-Junkie bin. Und was ich im Kleiderschrank habe, könnte ich mir von meinem Gehalt als Verkäuferin niemals leisten. Wenn ich was Schickes sehe, kaufe ich es mir eben. Es ist einfach geil, beim Shopping nicht das Preisschild im Auge haben zu müssen.”

Dafür verkauft sie an anderer Stelle ihren Körper, oder? “Ach, das sehe ich überhaupt nicht so”, meint die Gelegenheitsprostituierte. “Wissen Sie: Seit meiner letzten Partnerschaft, die vor etwa drei Jahren in die Brüche ging, habe ich nicht mehr so recht Bock auf eine feste Beziehung. Aber sehr wohl Lust auf Sex. Also, was soll ich machen? Durch die Szene toben in der Hoffnung, dass mich ein halbwegs passabler Typ anbaggert? Oder ihm etwa noch hinterherlaufen?”

Nein, Amelie sitzt lieber entspannt an der Theke der Club-Bar und lässt die - in aller Regel recht niveauvollen - Kavaliere auf sich zukommen. “Bis auf wenige Ausnahmen hatte ich mit unseren Gästen bisher immer sehr viel Spaß”, verrät sie. “Oft muss ich meine Lustschreie gar nicht türken, sondern sie sind völlig echt. Dann habe ich fast ein schlechtes Gewissen, dafür auch noch Geld zu kassieren.”

Auch am Arbeitsplatz in der Parfümerie wirkt sich Amelies Nebenjob bisweilen spaßig aus. “Ab und zu kaufen Freier von mir mit ihren Frauen bei uns ein. Wenn sie mich erkennen, bereitet mir das ein großes, stilles Vergnügen.”

Tom Kunst schrieb obige erotische Geschichte. - "Kunst kommt von Können", meint Tom. "Deswegen lasse ich es lieber, denn das kann ich nicht." Er grinst: "Ich mache bloß Journalismus. Und vielleicht später doch mal Landwirtschaft. Wenn mein Vater sich zur Ruhe setzen sollte und bei mir anruft: 'Du musst den Hof übernehmen, Sohn.' Ob das wirklich jemals passieren wird? - Egal, Schreiben macht auch Spaß, besonders über erotische Themen."

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