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Antonie (36): “Aus alten Männern mach ich Sex-Hengste”

Nachmittags um drei im Frankfurter Bahnhofsviertel. Wir sitzen in einem kleinen Cafe, beobachten den Eingang eines Laufhauses gegenüber. Es wird 15.30 Uhr, dann 16 Uhr. Seit einer Stunde sind wir mit Antonie (36) verabredet. Endlich sehen wir sie über die Straße zu uns kommen.

“Sorry, Leute”, entschuldigt sie ihre Verspätung. “Mit meinem letzten Gast hat es mal wieder etwas länger gedauert…” Und damit spricht die 36-Jährige bereits zwei Gründe an, warum sie als nicht mehr ganz so junge Hure gut im Geschäft ist.

Inzwischen ist die Zielgruppe sehr groß. Und sie wächst weiter

Erstens: Bei Antonie ist jeder Freier ein Gast. Und wird auch so behandelt. Freundschaftlich. Zweitens: In Antonies Bett darf sich der Gast gern Zeit lassen. Die gebürtige Polin schaut bei der Arbeit nicht auf die Uhr. Was sich bei vielen älteren Herren in und um Frankfurt am Main herumgesprochen hat.

“In der heutigen Zeit macht es auch in meinem Gewerbe Sinn, sich zu spezialisieren”, erklärt Antonie. “Als Hure kannst du dich beispielsweise auf Sadomaso konzentrieren. Oder du bietest Griechisch oder Spanisch an. Ich persönlich habe mich für die Lösung von Problemfällen entschieden. Weil ich dachte, dass in diesem Bereich die Zielgruppe sehr groß ist.”

Inzwischen genießt sie in ihrem Viertel den Ruf einer Geheimwaffe, falls kaum noch was oder schon gar nichts mehr läuft. Antonie: “Es gibt sogar Kolleginnen, die schicken ihre Kunden zu mir, wenn die absolut keinen hochkriegen. Denn sie wissen: Ich mache jeden Alten zum Sex-Hengst!”

Und wie funktioniert das? Antonie lacht. “Glaubt bloß nicht, dass ich hier alle meine Erfolgsgeheimnisse rauslasse”, sagt die Prostituierte, die seit zwölf Jahren im Milieu tätig ist. “Aber ein paar Tricks kann ich Euch verraten. Unter anderem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Männer - egal wie alt und seriös sie sind - aus dem Mund einer Frau gern was Versautes hören. Also kriegen sie von mir, was sie sich insgeheim wünschen. Ich mache sie mit frivolen Sprüchen scharf.”

Die zweite Stufe in Antonies Antörn-Programm ist eine kleine Show-Einlage. “Zu kuscheliger Musik ziehe mich langsam aus und fange an, mich erotisch zu streicheln - an den intimsten Stellen”, verrät die gut gebaute Blondine. “Ich zeige dem Gast ungeniert, wie ich an den Nippeln meiner Brüste zupfe, mit meiner kleinen Perle spiele und mir Finger in die Muschi schiebe. Mein Lover darf mich auch gern anfassen.”

Im dritten Step legt Antonie dann Hand beziehungsweise Mund an den Partner. “Zunächst streichele ich ihn zärtlich von Kopf bis Fuß. Und packe immer mehr zu”, erläutert sie. “Spätestens wenn ich ihm schließlich gefühlvoll einen blase, wird auch der Weichste bei mir hart.”

Qualität hat ihren Preis. Und sicherlich ist auch Antonies Spezialbehandlung nicht ganz billig? “Eigentlich liegt mein Liebeslohn nur unwesentlich über dem Tarif meiner Kolleginnen”, räumt die 36-Jährige ein. “Aber ich mache schon einen guten Schnitt pro Stunde. Denn meine Besucher sind in aller Regel so erfreut über meine Zauberkünste im Bett, dass sie von sich aus gern noch ein sattes Trinkgeld drauflegen.”

Begleitende Recherche: Sybille Demirel

Nico Mertens schrieb obige erotische Geschichte. - Nico Mertens (29) bezeichnet sich selbst als "klassischen Spätstarter". Er brach die Realschule ab, verdingte sich fünf Jahre als Entwicklungshelfer in Afrika, machte das Abitur nach und studierte Jura. Bis zum dritten Semester - dann wechselte er in den Journalismus. "Endlich habe ich meinen Traumberuf gefunden." Der leidenschaftliche Kaffeetrinker schreibt und macht Beiträge für Privatradios.

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