Nadja (25): “Ich würde gern öfter Spontan-Sex haben!”
Nadja: 25 Jahre alt und super sympathisch. Sie mag es, sich unterm Solarium zu entspannen. "Tattoos finde ich auch toll." An ihrem linken Knöchel hat sie sich ein süßes Motiv stechen lassen. "Bitte mit fotografieren, ich ziehe auch die Socke aus", bat die 25-Jährige die Fotografin Sybille Demirel.
Am Anfang ist man ganz heiß aufeinander, treibt es auf die Schnelle an allen (un-)möglichen Orten. Und dann? Schleift sich die Routine ein. Schade. Und gefährlich - wie die Geschichte von Nadja (25, Foto) und Tom (27) zeigt. Wir trafen uns mit dem jungen Paar, sprachen aber getrennt mit ihnen. Und so entstanden interessante Einblicke in den Alltag einer Partnerschaft, die seit längerer Zeit besteht.
Das Gespräch mit Tom
EROTISCHE GESCHICHTEN: Tom, Sie schrieben uns, dass in Ihrer Beziehung einiges nicht ganz so läuft, wie es laufen könnte.
Tom: Richtig. Meine Freundin Nadja und ich sind jetzt drei Jahre zusammen. Wir verstehen uns echt gut. Manchmal denke ich, vielleicht harmonieren wir beide sogar zu gut. Denn auch in der völligen Harmonie kann eine große Gefahr lauern. Bei Nadja und mir ist es so: Schleichend hat sich Routine breit gemacht. Alles wird besprochen, geplant und anschließend so gemacht. Das hat durchaus Vorteile. Wir erleben praktisch nie irgendwelche bösen Überraschungen. Aber auch keine angenehmen. Und das ist sehr schade.
EROTISCHE GESCHICHTEN: Was vermissen Sie in Ihrer Partnerschaft?
Tom: Mehr Abwechslung im Bett. Das heißt, eher außerhalb. Ich würde gern öfter Spontan-Sex mit Nadja haben - Quickies. Vielleicht morgens unter der Dusche, nach Feierabend auf dem Küchentisch. Oder mal im Treppenhaus, im Auto oder im Kino – eben immer, wenn wir gerade Lust darauf haben.
EROTISCHE GESCHICHTEN: Und warum tun Sie das nicht?
Tom: Ich versuche es ja, mache oft den Anfang. Aber meine Freundin blockt mich nahezu immer ab. Mal ist die Zeit zu knapp, mal möchte sich Nadja vorher noch ein bisschen frisch machen. Oder sie befürchtet, Leute könnten uns beim Sex beobachten. Es gibt stets einen Grund, es nicht spontan zu tun.
EROTISCHE GESCHICHTEN: War es früher anders?
Tom: Oh, ja. Am Anfang unserer Beziehung haben wir uns an allen möglichen Orten geliebt – im Park, auf der Bahnhofs-Toilette, im Fahrstuhl ...
EROTISCHE GESCHICHTEN: Warum geht das heute nicht mehr?
Tom: Keine Ahnung. Da müssen Sie Nadja fragen.
Das Gespräch mit Nadja
EROTISCHE GESCHICHTEN: Nadja, Ihr Freund Tom beklagt sich darüber, dass Sie beide kaum noch spontanen Sex haben. So wie früher.
Nadja: Im Prinzip hat Tom ja Recht. Bei uns finden so gut wie überhaupt keine Quickies mehr statt. Aber ich denke, das ist halt ganz normal, wenn man älter wird.
EROTISCHE GESCHICHTEN: Sie wollen uns nicht wirklich einreden, dass Sie sich mit 25 schon zum alten Eisen zählen, oder?
Nadja: Nein, ganz bestimmt nicht. Nur - wenn man als Paar drei Jahre lang zusammen lebt, verändert sich die Liebe. Man ist eben nicht mehr so geil aufeinander wie am Anfang, muss es nicht ständig haben - egal, wo. Ich merke, dass mir beim Sex die Qualität wichtiger geworden ist als die Quantität. Im Gegensatz zu früher möchte ich die Liebe mehr genießen. Ich will meinen Partner verwöhnen und von ihm verwöhnt werden. Und das funktioniert nun mal nicht auf die Schnelle in einem Fahrstuhl.
EROTISCHE GESCHICHTEN: Bei aller Qualität im Bett - Tom befürchtet, dass Ihr Sexleben in Routine verfällt und irgendwann fade wird.
Nadja: Ganz von der Hand zu weisen ist diese Befürchtung in der Tat nicht. Vielleicht sollten wir wirklich mehr Abwechslung in unser Liebesleben bringen. Und warum nicht mit Quickies? Die haben uns früher ja viel Spaß gemacht.
Die Interviews führte Tobias Nolte. Die Fotos machte Sybille Demirel.
Wir haben den Psychologen Hartmut Weber gebeten, zu dem Fall auf erotische-geschichten.biz Stellung zu nehmen:
Sicher nimmt die gegenseitige Geilheit, je länger ein Paar sich kennt, ab. An die Stelle der reinen körperlichen Anziehung treten andere, tiefere Gefühle. Die Liebe verändert sich, wie Nadja im Gespräch mit Frage ganz richtig sagt. Und diese Entwicklung ist ein völlig natürlicher Vorgang.
Schön, wenn die Gefühle sich festigen. Einerseits. Doch Tom weist andererseits zu Recht auf eine drohende Gefahr in längeren Beziehungen hin: die Routine. Sie ist meiner Meinung nach sogar der Lust- und Liebeskiller Nr. 1.
Zur Arbeit gehen, einkaufen, den Haushalt führen, Termine - bedingt durch diese alltäglichen Pflichten verlieren Paare leicht ihre Spontaneität aus den Augen. Tom hat das Problem erkannt, bringt es zur Sprache. Ich möchte allen Paaren raten, so wachsam zu sein. Versuchen Sie, möglichst viel von der Unbeschwertheit am Anfang der Beziehung zu erhalten. Oder: Holen Sie sich davon wieder ein Stück zurück. Machen Sie ein Sex-Tuning.
Eine Form des erotischen Tunings sind Quickies. Wohl jeder von uns kann sich an ein oder zwei solcher Highlights erinnern. Und warum haben wir damit aufgehört? Weil wir aus dem Alter raus sind? Unsinn! Schließlich nehmen wir doch auch nicht immer eine vollwertige Mahlzeit zu uns, sondern essen mal in einem Imbiss. Schnell und lecker - das gleiche Prinzip wie beim Quickie.
Erschienen am 28.5.2010 | zurück zu den erotischen Fotos im Überblick
Die märchenhaften Fotos der Sabine Schönberger
Fotografin Sabine Schönberger aus Zweiflingen bei Stuttgart hat über die Jahre einen ganz eigenen Stil entwickelt: "Ich fotografiere sinnliche Opulenz. Meine Fotos sind erotisch, aber nie pornografisch. Sie sind mythisch, verzaubert, märchenhaft." Sabine Schönberger schrieb zunächst Märchen - und fand dazu die passenden Illustrationen nicht. Also griff sie zum Fotoapparat und inszenierte die fantasierten Situationen vor der Kamera nach. Entstanden sind außergewöhnliche Bilder für Liebhaber der erotischen Fotografie.


