Sex Talk - sagen Sie, was Sie wollen
Das Buch "Sex Talk - sagen Sie, was Sie wollen" ist für den amerikanischen Markt geschrieben. Daher behandeln die ersten Kapitel ausführlich, dass es nicht verwerflich ist, über seine Sexualität zu reden.
Dann aber wird es praktisch und man merkt, dass eine erfahrene Therapeuthin das Buch geschrieben hat. In zahlreichen Übungen soll der Leser / die Leserin lernen, die eigenen Wünsche auszusprechen. Und zwar ohne Verzierung, sondern schamlos und direkt.
Zunächst könne man - bei Hemmungen - anfangen, sein eigenes Spiegelbild anzusprechen und anzutörnen.
Ob die geschilderten Übungen ausreichen, eine lange Sprachlosigkeit im Bett zu überwinden, mag ich nicht zu beurteilen. Zu lesen jedenfalls ist das Buch kurzweilig und die ein oder andere nette Idee steckt drin.
Barbara Keesling: Sex Talk - sagen Sie, was Sie wollen. 170 Seiten, 14,95 Euro
Eine Buchrezension von Nicoletta Krabbe
Weitere erotische Meldungen
Frauen und Orgasmus - eine wissenschaftliche Studie
Der multiple Orgasmus kommt bei Frauen häufig vor, stellt die Charité-Universitätsmedizin Berlin in einer großen Fragebogenaktion fest. 575 Frauen wurden anonym über ihr Sexualerleben befragt.
Mit einem Vorurteil räumt die Studie auf: dem angeblichen vaginalen Orgasmus. Nur wenige Frauen unterscheiden laut der Studie zwischen einem klitoralen und vaginalen Orgasmus. Vielen sind die Unterschiede nicht bekannt. Unter klitoralem Höhepunkt summieren viele Frauen einen Orgasmus, der bei manueller Stimulation der Klitoris erreicht wird. Als vaginaler Höhepunkt wird ein Orgasmus angesehen, der durch Eindringen des Penis’ hervorgerufen wird.
“Die Erlebnisqualität ist bei den meisten Frauen nur minimal different”, erklärt Diplom-Psychologin Anja Lehmann vom Institut für Medizinische Psychologie. “Der klitorale Orgasmus wird - wenn überhaupt - als punktueller und daher intensiver erlebt, der vaginale eher ganzheitlich-diffus.”
Die “Qualität” des Orgasmus wird von befragten Frauen als gleichwertig empfunden, egal ob der Orgasmus durch Selbstbefriedigung, durch Streicheln oder Geschlechtsverkehr hervorgerufen wird. “Letztlich geht jeder Orgasmus von der Stimulation der Klitoris aus, ohne Stimulation der Klitoris ist ein Orgasmus fast nicht möglich. Dabei ist die außen sichtbare Klitorisspitze nur ein kleiner Teil des Organs, das elf Zentimeter lang ist und dessen Nervenenden bis in die Vagina und die Oberschenkel hineinreichen”, sagt Dr. Sabine Grüsser-Sinopoli.
Männerträume verursachen 35 Milliarden Euro volkswirtschaftlichen Verlust
Dass Männer immer nur an das eine denken, stimmt nicht. Addiert dauern ihre sexuellen Phantasien exakt 8 Minuten am Tag, ergaben neueste wissenschaftliche Studien. Immerhin: Pro Jahr kommen da 29,3 traumhafte Stunden zusammen. Und, angerechnet auf die Arbeitszeit, sind das drei volle Tage. Finanz-Experten errechnen daraus einen volkswirtschaftlichen Verlust von 35 Milliarden Euro. Hätte man den deutschen Männern ein Jahr lang verboten, während der Arbeitszeit an Sex zu denken, wäre die deutsche Bahn am Jahresende saniert.

Erotische Weltliteratur 1
Das erste pornografische Buch der Weltliteratur schuf John Cleland: “Fanny Hill”. Cleland konnte nicht schreiben, interessierte sich nicht für Literatur. Er verfasste das Buch, weil er nichts besseres zu tun hatte und Geld brauchte ... Dabei hatte sein Leben vielversprechend begonnen. 1709 geboren, in London aufgewachsen, besuchte er die Westminsterschule. Er war ein fleißiger Schüler, bereits mit Mitte 20 zeichnete er als Konsul von Smyrna, einem wichtigen türkischen Exporthafen. Doch er ohrfeigte den Direktor der Firma, die ihn bezahlte. Das war shocking - und nun ging es bergab. Cleland reiste durch Europa, suchte vergeblich eine neue Stellung. Schulden drückten, Gerichte verfolgten ihn. Er lernte eine Prostituierte kennen, und ließ sie ihr Leben aufschreiben - Fanny Hill.
Die Abbildung oben zeigt das Gemälde “Die Massage”, geschaffen im Jahr 1883 von Edouard-Bernard Debat-Ponsan. Eine weiße Frau liegt auf Marmor. Sie wird von einer Schwarzen massiert. Beide sind nackt. Bei der ersten öffentlichen Ausstellung des Bildes erkannten Kritiker lesbische Tendenzen, es kam zum Skandal. Heute ist das Ölbild vergessen.
Neue Folge nächste Woche.
