Patricia - der Kuss des Vampirs
Eine Buchbesprechung von Nicoletta Krabbe. Patricia Smith kommt ins Schloss von Maximilian Churtham, um dessen umfangreiche Bibliothek zu ordnen. Der mysteriöse Schlossherr lebt sehr zurückgezogen, meidet jedes Zusammentreffen und scheint nur in der Nacht das Haus zu verlassen. Als sie dann endlich eines Tages vor ihm steht, dauert es nicht lange, bis sie sich eingestehen muss, dass sie sich seiner hypnotisch-erotischen Anziehungskraft nicht entziehen kann.
Leider hat die Sache einen Haken: Pat hat nämlich allen Grund anzunehmen, dass der Schlossherr ein Vampir ist, der des Nachts unschuldige Mädchen verführt und ihnen das Blut aussaugt! Ihr schrecklicher Verdacht, der auch von den Dorfbewohnern geteilt wird, scheint bald darauf bestätigt zu werden.
In Wahrheit verbirgt Churtham noch ein weitaus dunkleres Geheimnis und als er annimmt, dass Patricia gemeinsame Sache mit seinem verhassten Feind macht, sieht er keinen Grund mehr, sie zu schonen.
So lautet der Klappentext von “Patricia - der Kuss des Vampirs”, einem erotischen Liebesroman, der von Vampiren, Hexen und Dämonen handelt.
Ich habe ihn mit Genuss gelesen. Er entführte mich in eine andere Welt, war voller schöner erotischer Szenen, die aber nie aufdringlich wurden. (Bis auf vielleicht die erste Szene, die mir etwas heftig war.) Patricia ist sympathisch und Maximilian ein Mann zum Verlieben: Einerseits geheimnisvoll und kühl, dann wieder einfühlsam und zärtlich. Patricia ahnt, dass er ein großes Geheimnis verbirgt. Doch mit ihrer Liebe glaubt sie, jedes Problem lösen zu können. - Spannend und sehr erotisch, das Richtige für einige gemütliche Lesestunden.
Geschrieben wurde das Buch von Mona Vera. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich eine deutsche Autorin, die in den letzten Jahren mehrere Romane veröffentlicht hat.
Leseprobe aus dem besprochenen Buch:
Im Gegenteil, der Wunsch nach dieser Berührung wurde immer heftiger, bis sie die Lippen etwas öffnete und seinem Finger so Gelegenheit gab, sie intensiver zu streicheln, bis dorthin, wo ihr Mund warm und feucht war. Ihr eigener Wille schmolz unter seinen Berührungen und seinem Blick dahin, sie schloss die Augen und zu ihrem eigenen Erstaunen ertappte sie sich dabei, wie sie ihm ihre Zungenspitze entgegenschob, seinen Finger damit berührte. Sie war schon geküsst worden. Nicht von ihrem unwillkommenen Verlobten, sondern vor etwa vier Jahren, von einem jugendlichen Verehrer, in den sie sich tatsächlich ein wenig verliebt gehabt hatte. Sie war neugierig gewesen und hatte nachgegeben, als er sie im Garten des Hauses heimlich geküsst hatte. Seine Zunge hatte sich zwischen ihre Lippen und ihre Zähne geschoben und nach der ihren gesucht. Sie hatte still gehalten, einerseits abgestoßen von dieser intimen Vertraulichkeit, andererseits voller Neugier.
Aber das hier war anders. Ein weitaus intensiveres Gefühl eines Kusses, auch wenn sein Mund den ihren nicht einmal berührte. Sie schloss ihre Lippen um seinen Finger, saugte leicht daran und ließ ihre Zungenspitze darum kreisen. Ganz langsam und bedächtig, während sie die Augen schloss und kein Gedanke daran in ihr hochstieg, dass das, was sie hier tat, wohl äußerst ungehörig war. Sie dachte überhaupt nicht in diesem Moment, fühlte nur, gab sich einem Zauber hin, der sie ganz erfüllte. Die Finger seiner anderen Hand spielten warm an ihrem Nacken, ließen kleine Flammen über ihre Haut und durch ihren Körper wandern, streichelten, liebkosten, erweckten in ihr neue und beängstigende Gefühle und Sehnsüchte. Es war, als wäre sie plötzlich von Fieber befallen, heiße und kalte Schauer rannten über ihren Leib, ließen ihre Knie zittern und ihr Herz so laut schlagen, dass sie glaubte, es müsse zerspringen.
Sie stieß ein leises Seufzen aus, als er sich von ihr zurückzog. Dieses zarte und doch intensive Spiel konnte nur wenige Minuten gedauert haben, aber Pat hatte das Gefühl, als wäre die Zeit stehen geblieben. Sie öffnete erst die Augen, als sie seinen schweren Atem hörte. Sein Gesicht war dicht vor ihrem und obwohl sie vor dem Glühen in seinen Augen hätte erschrecken müssen, hatte sie keine Angst. Auch nicht vor dem unverhohlenen Begehren, das aus seinem Blick sprach und sie bis zu Stellen erwärmte, über die eine sittsame junge Frau nicht einmal nachdachte. Sie hätte so gerne das Samtband gelöst, das sein dichtes schwarzes Haar hinten zusammenhielt, um dann mit beiden Händen hineinzugreifen und seinen Kopf zu sich herunterzuziehen. Sie blieb jedoch blieb reglos stehen und starrte ihn nur an. Endlich wandte er sich ohne ein weiteres Wort ab und verließ den Raum.
Und ließ Pat in einem Aufruhr der Gefühle zurück, wie sie ihn bisher noch nie verspürt hatte.
200 Seiten, 15,90 Euro
Weitere erotische Meldungen
2.000 Euro fürs Bordell
Offiziell tut es ja keiner. Tatsächlich aber geht jeder fünfte deutsche Mann ab und zu bis regelmäßig ins Bordell, gibt jährlich ca. 2.000 Euro für den Spaß am Sex aus. Nach Schätzungen der Huren-Organisation „Hydra“ machen die etwa 500.000 Prostituierten einen Jahresumsatz von 22 Milliarden Euro – soviel wie der Otto Versand oder der Karstadt Konzern.
Geplatzte Gummis: die große Ausrede
Journalisten der britischen “Times” sind jetzt einem Phänomen nachgegangen. Die Hälfte aller “Pillen danach” werden in der Apotheke mit der Begründung verlangt, dass das Kondom beim Sex geplatzt sei. Die Journalisten forschten nach und stellten fest: Auch die billigsten Kondome fassen mindestens 18 Liter Luft. Einige schaffen sogar 45 Liter. “Unmöglich, die zum Platzen zu bringen”, erklärte Redakteur Mike Bearden. Als wahre Begründung für die Last-Minute-Pille scheint stattdessen Vergesslichkeit in Frage zu kommen. Man traut sich nur nicht, es vorm Apotheker zuzugeben. Andere Möglichkeit: Die Sexualpartner gehen falsch mit dem Kondom um. So haben britische Zahnärzte Gummireste schon aus den Zahnspangen von Teenagern entfernen müssen. Gegen Metall ist Gummi machtlos.
Erotische Weltliteratur 5

21 Jahre war Oscar Wilde jung, als er nach London kam und neigte bereits zur Korpulenz. Er trug seidene Kniehosen, bestickte Strümpfe, ein offenes Hemd mit grassgrüner Künstlerkrawatte und einen Hut aus Samt. Er sprühte vor Witz, Redakteure rissen ihm seine Gedichte aus den Händen. Wilde war Mittelpunkt der reichen Londoner Gesellschaft, sprühte vor frivolem Witz. Die normalen Bürger aber verachteten ihn. Sie sollten ihn zur Strecke bringen ... Die Gelegenheit kam, als Wilde das Theaterstück “Salome” auf die Bühne brachte. Noch vor der Erstaufführung 1892 wurde es vom Lordkämmerer als “verdorben und verkommen” verboten. Die Buchfassung aber durfte erscheinen. Und sorgte für den größten Literaturskandal des ausgehenden Jahrhunderts. Ein Mann, der eine perverse junge Prinzessin in den Mittelpunkt eines Dramas stellt, muss selbst pervers sein, schlussfolgerten die Bürger und stellten Oscar Wilde vor Gericht.
Wilde wurde nicht nur die perverse “Salome” vorgeworfen, auch sein ausschweifendes Privatleben wurde vor Gericht öffentlich: Lord Queensberry beschuldigte den Schriftsteller, ein Päderast zu sein, über homosexuelle Orgien kursierten Gerüchte. Nach mehreren Prozessen war Wilde ruiniert: psychisch, gesellschaftlich, finanziell. Er starb 1900 an Hirnhautentzündung. Am Totenbett noch trat er zum Katholizismus über und glaubte, sein Werk wäre bald vergessen. Doch die “Salome” setzte sich durch. Max Reinhard inszenierte sie in den folgenden Jahren in Berlin - ein triumphaler Erfolg. Bis heute wird das Sextheaterstück rund um die Welt immer wieder auf den Spielplan gesetzt und begeistert die Theaterbesucher. Die Illustration zeigt den Ausschnitt eines Gemäldes von Degas, den Wilde in den 1890er Jahren in Frankreich besuchte.
Ende des kleinen Serie über erotische Weltliteratur.
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