Mehr Lust
Eine Buchrezension von Nicoletta Krabbe. Wenn Männer hören, dass eine Autorin Psychologin und dazu gar noch Therapeutin ist, verdrehen sie leicht die Augen. Unnötig. Zumindest bei Lonnie Barbach. Nach dem Lesen ihres Buches, erlebt man genau das, was der Titel verspricht: Mehr Lust. Barbach erklärt Übungen, die beim eigenen Körper und beim Körper des anderen stärkere Lustgefühle hervorrufen. Das liest sich so anregend, dass man es kaum erwarten kann, endlich loszulegen. Dabei bleiben die Formulierungen der Autorin immer geschmackvoll. Das Buch kann man auch der Freundin in die Hand drücken, ohne rot zu werden.
384 Seiten, 5 Euro
Weitere erotische Meldungen
Dapoxetine gegen frühzeitigen Samenerguss
Im Durchschnitt brauchen Männer sieben Minuten bis zur Ejakulation. Von frühzeitigem Samenerguss spricht man, wenn der Mann bereits nach zwei Minuten oder früher während des Geschlechtsverkehrs zum Orgasmus kommt.
Die neue Substanz Dapoxetine soll den Genuss für den Mann verlängern. Das erklärten jetzt Mediziner auf dem Jahrestreffen der American Urological Association.
Nebenwirkung des Mittels: Kopfschmerzen. 2600 Männer hatten bei der Studie mitgemacht.
Frauen und Diät
Um ihrem Lover zu gefallen, nimmt jede Frau pro Jahr im Durchschnitt über drei Kilo ab. Und auch wieder zu. Das gab jetzt der schwedische Ärzteverband bekannt. Insgesamt wiederholt sich das Spielchen im Laufe eines Leben bis zu 25 mal. Macht einen Gewichtsverlust von knapp 80 Kilogramm – soviel, wie der zurückgetretene „Tiger“ Dariusz Michalczewski in seiner besten Zeit als Kampfgewicht auf die Waage brachte.

Erotische Weltliteratur 2
Mit dem Roman “Lolita” wurde der Autor Vladimir Nabokov über Nacht berühmt. Und berüchtigt. Man glaubte, Nabokov erzähle seine eigene Geschichte: Ein 40-Jähriger liebt eine 12-Jährige. Skandal. In Wahrheit ist Nabokov in seinem ganzen Leben keiner minderjährigen Nymphe nachgejagt. “Das einzige, was ich jage, sind Schmetterlinge”, sagte er. Er spießte Tausende in seinem Leben auf und verwahrte sie in Glaskästen. Aber für die Öffentlichkeit war er nur der Schreiber eines pornografischen Romans. “Lolita” wurde nach Erscheinen gleich verboten: zuerst in den USA, dann in England, dann in Frankreich. Meisterregisseur Stanley Kubrick verfilmte das Werk dennoch, Zuschauer stürmten die Kinos, um die unmögliche Liebe zu sehen. Alle fragten sich: Wer war Lolita? Beruhte die Geschichte auf Wahrheit?
Reporter durchkämmten Amerika auf der Suche nach der echten Lolita. Am Ende seines Lebens gestand Nabokov: Die Geschichte war frei erfunden. Er liebte nur Schmetterlinge. Und sein Geld. Mit “Lolita” war er zum Millionär geworden - und hatte Weltliteratur geschrieben.
Die Abbildung oben zeigt ein “Soldatenbordell”, geschaffen im Jahr 1860 von Constantin Guys: An einem Holztisch lassen sich uniformierte Männer von leicht bekleideten Mädchen becircen. Das Bild war eines der Lieblingswerke von Nigel Nicolson, der als Verleger “Lolita” in England herausbringen wollte - bis ihm Mitglieder seiner Konservativen Partei rieten, das Buch besser nicht zu verlegen.
Neue Folge nächste Woche.
