Lustvoll lieben
Pierre Franckh kommt aus dem Bereich der Esoterik. Das muss nicht gegen den Autoren sprechen. Hier aber hat er ein eher praktisch orientiertes Buch verfasst - über Sex. Und Franckh verliert sich nicht in esoterischen Satzhülsen, sondern spricht Klartext.
Er beginnt mit der Frage, was einem beim Sex gefällt und was dem Partner gefällt. Zu oft ist die Antwort ein gegenseitige Schweigen: Genau das ist fatal, so Franckh, denn es bleiben dadurch viele Möglichkeiten (und geheimen Wünsche) unerwähnt und unerfüllt. Franckh stellt sieben Regeln für ein größeres sexuelles Glück auf; er hilft, erotische Sehnsüchte herauszufinden und unterdrückte Wünsche zuzulassen, die geheimen Wünsche und Fantasien des Partners zu entdecken und gemeinsame Fantasien zu genießen.
All das wird kurzweilig und mit einer Prise Humor präsentiert. “Lustvoll lieben” ist also gerade kein plattes “Stellungsbuch”, sondern ein praktisch-philosophischer Ratgeber für besseren Sex.
Highlight des Buches ist ein Test über 40 Seiten, der mit einfühlsamen Fragen hilft, die erotischen Übereinstimmungen in der Partnerschaft herauszufinden.
Weitere erotische Meldungen
Dapoxetine gegen frühzeitigen Samenerguss
Im Durchschnitt brauchen Männer sieben Minuten bis zur Ejakulation. Von frühzeitigem Samenerguss spricht man, wenn der Mann bereits nach zwei Minuten oder früher während des Geschlechtsverkehrs zum Orgasmus kommt.
Die neue Substanz Dapoxetine soll den Genuss für den Mann verlängern. Das erklärten jetzt Mediziner auf dem Jahrestreffen der American Urological Association.
Nebenwirkung des Mittels: Kopfschmerzen. 2600 Männer hatten bei der Studie mitgemacht.
Frauen und Diät
Um ihrem Lover zu gefallen, nimmt jede Frau pro Jahr im Durchschnitt über drei Kilo ab. Und auch wieder zu. Das gab jetzt der schwedische Ärzteverband bekannt. Insgesamt wiederholt sich das Spielchen im Laufe eines Leben bis zu 25 mal. Macht einen Gewichtsverlust von knapp 80 Kilogramm – soviel, wie der zurückgetretene „Tiger“ Dariusz Michalczewski in seiner besten Zeit als Kampfgewicht auf die Waage brachte.

Erotische Weltliteratur 2
Mit dem Roman “Lolita” wurde der Autor Vladimir Nabokov über Nacht berühmt. Und berüchtigt. Man glaubte, Nabokov erzähle seine eigene Geschichte: Ein 40-Jähriger liebt eine 12-Jährige. Skandal. In Wahrheit ist Nabokov in seinem ganzen Leben keiner minderjährigen Nymphe nachgejagt. “Das einzige, was ich jage, sind Schmetterlinge”, sagte er. Er spießte Tausende in seinem Leben auf und verwahrte sie in Glaskästen. Aber für die Öffentlichkeit war er nur der Schreiber eines pornografischen Romans. “Lolita” wurde nach Erscheinen gleich verboten: zuerst in den USA, dann in England, dann in Frankreich. Meisterregisseur Stanley Kubrick verfilmte das Werk dennoch, Zuschauer stürmten die Kinos, um die unmögliche Liebe zu sehen. Alle fragten sich: Wer war Lolita? Beruhte die Geschichte auf Wahrheit?
Reporter durchkämmten Amerika auf der Suche nach der echten Lolita. Am Ende seines Lebens gestand Nabokov: Die Geschichte war frei erfunden. Er liebte nur Schmetterlinge. Und sein Geld. Mit “Lolita” war er zum Millionär geworden - und hatte Weltliteratur geschrieben.
Die Abbildung oben zeigt ein “Soldatenbordell”, geschaffen im Jahr 1860 von Constantin Guys: An einem Holztisch lassen sich uniformierte Männer von leicht bekleideten Mädchen becircen. Das Bild war eines der Lieblingswerke von Nigel Nicolson, der als Verleger “Lolita” in England herausbringen wollte - bis ihm Mitglieder seiner Konservativen Partei rieten, das Buch besser nicht zu verlegen.
Neue Folge nächste Woche.
