Erotische Geschichten: “Augenblicke”
Eine Buchrezension von Nicoletta Krabbe. Das Buch "Augenblicke" (wunderschönes Titelfoto!) versammelt erotische Geschichten von 25 Autorinnen aus Deutschland und anderen Ländern. Der Band hat einen harten Umschlag, ist sorgfältig gebunden und lektoriert. Der Verlag hat zu jeder Autorin und Übersetzerin einen kurzen Lebenslauf beigefügt - vorbildlich.
Es dreht sich um Sexgeschichten, lesbische Sexgeschichten. Aber natürlich können und sollen auch andere Menschen die Storys lesen, sich anregen lassen, genießen.
In manchen Geschichten wird die Erotik explizit geschildert, in anderen nur angedeutet. In den meisten Fällen wird eine schöne erotische Stimmung erzeugt. Allerdings, dies ist mein Einwand, haben manche Geschichten für mein Empfinden einen leicht “feministischen” Einschlag: Unterschwellig werden andere Frauen und Menschen, die nicht die gleiche Einstellung haben, negativ dargestellt. Aber wirklich nur in einigen Geschichten kommt dieser Ton, der oberlehrerhaft wirken kann, durch.
Weitere erotische Meldungen
Sex mit Tieren
Der schwedische Tierärzte-Verband veröffentlicht schockierende Zahlen. Pro Jahr werden in Schweden 200 bis 300 Tiere verletzt: Die Tiere werden von Menschen sexuell missbraucht. Sex mit Tieren ist in Deutschland verboten. Laut Bericht von Nettavision (Schweden) werde immer öfter Sex mit Tieren getrieben. Der Tierärzte-Verband gibt an, mittlerweile würde jede 20. Katze und jeder 20. Hund von Menschen zum Sex missbraucht. Die Tiere sind nach dem Sex verletzt und werden häufig in Tierarztpraxen gebracht, um dort behandelt zu werden.
Mit Sex gegen Lampenfieber
Der britische Psychologe Stuart Brody hat herausgefunden, dass Sex gegen Lampenfieber schützt. Der Forscher der schottischen University of Paisley bat 24 Frauen und 22 Männer, vierzehn Tage lang ihr Sexualverhalten aufzuschreiben. Er unterschied drei Arten von Sex: Selbstbefriedigung, Petting und Geschlechtsverkehr.
Nach vierzehn Tagen muste alle Probanden eine öffentliche Rede halten. Ergebnis: Studienteilnehmer, die vor dem Auftritt Geschlechtsverkehr hatten, zeigten während der Rede die geringsten Stresserscheinungen.
Selbstbefriedigung und Petting hätten geringere stresslindernde Wirkung, so der Forscher mit Blick auf die Studie. Gar kein Sex sei am schlechtesten: Sexlose Teilnehmer litten an extremem Lampenfieber.
Stuart Brody vermutet, dass die stresslösende Wirkung durch das Hormon Oxytocin ausgelöst wird. Der Botenstoff wird beim Sex im Körper produziert; er hat eine beruhigende und euphorisierende Wirkung.
Erotische Weltliteratur 4

Dann fühlte sie, wie das Ding, vor dem sie sich so fürchtete, in sie eindrang; gleichzeitig verkrampfte sie sich in Abwehr. “Mach dich locker”, flüsterte er, “du bist so weit.” Es war erstaunlich warm und glatt, aber sein Stoßen und Stechen tat fürchterlich weh. “Verdammt”, sagte er, “sei locker. Du machst es ja nur schwerer.” In diesem Augenblick schrie ... - Ende des Zitats. Was modern klingt, fast roh, ist 70 Jahre alt. Mary McCarthy schrieb es, sie wurde in Seattle (Staat New York) geboren, ihre Eltern waren Katholiken. Mary McCarthy heiratete den New Yorker Literaturkritiker Edmund Wilson, war bald wegen ihrer strahlenden Schönheit und ihres Esprits Mittelpunkt der Salons. Bis sie “The Group” veröffentlichte, der Roman, aus dem obiges Zitat stammt. “The Group” stürmte die amerikanischen Bestsellerlisten, aber Mary McCarthy wurde zu keinem literarischen Salon mehr eingeladen. Sie galt als “obsöne Person”. “Dabei”, so die Autorin später in einem Interview, “wollte ich nur das Leben von acht Mädchen beschreiben: aus weiblicher, aus femininer Sicht.” Sie spricht in dem Roman alles an: Empfängnisverhütung, die Macht der Männer, moderne Technik im Haushalt, Schwangerschaft, Morgentoilette usw. Das Buch faszinierte Frauen, es war wie eine frühe Vorform der TV-Serie / des Kinofilms “Sex and the City”, denn auch in “The Group” spielt New York neben all den wechselnden Liebhabern die geheime Hauptrolle im Leben der Frauen. - Die Illustration von Degas zeigt eine junge Frau bei der Morgentoilette, ausgeführt mit Pastellkreiden.
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