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Die 5. Folge des erotischen Krimis Tessy und die Zärtlichkeit des Kommissars:

Küssen - bis die Luft wegbleibt!

Teil 5 des erotischen Krimis “Tessy und die Zärtlichkeit des Kommissars” - Kerstin wandte Tessy das Gesicht zu und hob die Hände. „Bitte – sag du was dazu! Ich kann nicht glauben, dass hier von Patrick die Rede sein soll.“

Tessy sah Dirk an. „Ich bin sicher, dass sich das alles aufklären wird. Patrick war ein akkurater und aufrechter Typ – der hatte es doch gar nicht nötig zu klauen …“

„Zwischen Frau Wilddorn und Patrick Riemer gab es einen lange schwelenden Konkurrenzkampf um einen Posten in der Geschäftsführung, bei dem Maren Wildorn vor einigen Monaten die Nase vorne hatte“, unterbrach Dirk sie. „Nach dem, was ich dazu erfahren habe, kann es gut sein, dass Patrick ihr noch eins auswischen wollte oder …“

„Quatsch!“ mischte Kerstin sich wieder mit aufgeregter Stimme ein. „Er hat von genau diesen Machenschaften nichts mehr wissen wollen – deshalb hat er sich ja auch einen neuen Job gesucht. Dieses Gezerre um Posten und Macht hat Patrick zum Alkoholiker gemacht und hätte beinahe unsere Ehe zerstört! Es müsste doch auch für Sie absurd klingen, dass jemand optimistisch einem Neubeginn entgegenblickt und im selben Atemzug auf genau die alten hässlichen Spielchen und Intrigen zurückgreift, unter denen er bislang so gelitten hat.“

Hanter runzelte die Stirn. „Frau Riemer, es steht fest, dass Ihr Mann Akten mit nach Hause genommen hatte, die dort nicht hingehörten, schon gar nicht nach dem Ausscheiden aus der Firma. Außerdem haben wir festgestellt, dass auf seinem PC sämtliche Daten gelöscht waren – eine entsprechende CD mit einem professionellen Löschprogramm lag auf dem Schreibtisch. Frau Wildorn erzählt weiterhin, dass Patrick bei ihrem Gespräch fast zusammengebrochen wäre und sie ihn nach Hause begleitet hat, weil es ihm so schlecht ging. Das wird übrigens von einigen Nachbarn und auch Angestellten des Bistros bestätigt …“

„Und warum hat er mich dann nicht angerufen?“ fuhr Kerstin dazwischen.

„Gute Frage – und wenn wir schon dabei sind: Was haben Sie am Freitag gemacht, und wann haben Sie Ihren Mann eigentlich zum letzten Mal gesehen und gesprochen?“

Hanter nahm Kerstins fassungslosen und zugleich entrüsteten Blick gelassen hin. Derlei dürfte er gewohnt sein.

„Komm, reg dich nicht auf – er muss auch danach fragen“, meinte Tessy nach einem Moment unerträglicher Stille beschwichtigend, aber sie wurde das dumme Gefühl nicht los, dass Dirk schon eine ganze Weile auf genau diesen Punkt hingearbeitet hatte.

Kerstin beachtete ihren Einwurf nicht. „Wenn Sie es genau wissen wollen: Ich habe nachmittags Einkäufe erledigt und die Kinder vom Sport abgeholt. Abends waren wir auf dem Geburtstagsfest einer Kollegin – das habe ich übrigens schon heute früh erwähnt –, aber natürlich hatte ich mein Handy dabei, so dass Patrick mich jederzeit hätte erreichen können. Und gesehen habe ich meinen Mann am Tag zuvor, am Donnerstag. Er hatte frei, und die Kinder waren nach der Schule bei ihm. Die drei haben eine Radtour gemacht, und abends waren wir alle vier hier zusammen. Das letzte Mal …“ Sie blickte rasch zur Seite.

„Ist Ihnen etwas Besonderes an ihm aufgefallen? Hat er von einem Termin gesprochen oder etwas in der Richtung angedeutet, was Ihnen im Nachhinein zu denken gibt?“

„Nein, da war nichts. Das heißt …“ Kerstin zögerte auf einmal. „Wissen Sie, wir haben vor einiger Zeit mal vereinbart, dass der ganze Firmenstress nichts mehr in unserer Ehe, in der Familie verloren hat. Deswegen wundert es mich auch kaum, dass Patrick die Verabredung mit Maren Wildorn im Vorfeld nicht erwähnte. Außerdem kannte er meine Meinung zu gerade dieser Kollegin – ich hätte ihm wahrscheinlich abgeraten, sie in privatem Rahmen zu treffen, und empfohlen, das Thema BORMAN endgültig zu beenden, aber das spielt ja jetzt alles keine Rolle mehr … Doch da war etwas anderes, was ihn ziemlich mitgenommen hat und mir jetzt wieder in den Sinn kommt.“ Sie griff nach ihrer Tasse.

Tessy horchte auf, und sie sah, dass Dirk und Sabrina Kellner ebenso reagierten.

„Am Dienstag nach seiner Abschiedsfeier in der Firma wirkte er ziemlich müde, irgendwie fertig“, berichtete Kerstin, nachdem sie einen Schluck Kaffee getrunken hatte. „Wir haben abends telefoniert. Ich dachte, dass ihm der Abschied doch ganz schön zu schaffen machte, aber darum ging es gar nicht. Er hatte erfahren, dass sein ehemaliger Kollege Moritz Sigfeld, der vor einiger Zeit nach Mallorca umgesiedelt war, gestorben ist. Das war auch einer, der sich mit Maren Wildorn überworfen hatte und frühzeitig in den Ruhestand gegangen beziehungsweise geflüchtet ist. Patrick und Moritz haben sich bestens verstanden, obwohl Moritz zwanzig Jahre älter war und schon die sechzig überschritten hatte. Patrick war ganz schön erschüttert …“

„Wissen Sie, woran er gestorben ist?“ fragte Hanter.

„Er lag wohl schon eine ganze Weile mit einer üblen Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus, erzählte Patrick. Näheres wusste er nicht.“

Hanter nickte seiner Kollegin zu. „Da werden wir mal nachhaken.“

Sabrina Kellner setzte ein wichtiges Gesicht auf.

„Haben Sie zufällig eine Telefonnummer oder Adresse, wo wir uns hinwenden können“, stellte sie erstmals eine Frage.

„Nein. Tut mir leid. Ich kann nur mit dem Namen dienen: Moritz Sigfeld“, erwiderte Kerstin. „Aber bei BORMAN müsste man Näheres wissen.“

Dirk klappte sein Heft zu und läutete den Aufbruch ein. „Das soll fürs Erste genügen. Wir melden uns, sobald es Neuigkeiten gibt.“

„Was ist mit der Wohnung? Darf ich ...?“

„Noch nicht, nein. Wir müssen die Wohnung versiegelt lassen, so lange wir nicht wissen, was für ein Fall hier vorliegt.“ Er schob seinen Stuhl zurück und stand auf. „Wenn Ihnen noch etwas einfällt, melden Sie sich bitte unbedingt bei mir oder meiner Kollegin.“

Sabrina Kellner lächelte wieder und erhob sich ebenfalls. Tessy schlüpfte rasch zur Tür hinaus, während Kerstin die beiden Beamten verabschiedete, und wartete im Flur.

„Geht ihr wirklich von Suizid aus?“ fragte sie und sah ausschließlich Dirk an, als er zu ihr trat.

Hanter legte die Hand auf die Türklinke. Er musterte sie einen Moment. „Einzelheiten zu den Ermittlungen werde ich nicht mit dir diskutieren. Du kennst doch die Regeln.“ Ein verhaltenes Lächeln huschte über sein Gesicht.

Tessy war sicher, dass er vor seiner Kollegin den coolen Cop geben wollte und hätte ihm gerne einen Tritt vors Schienbein verpasst. Oder auch woanders hin. „Willst du übrigens auch von mir wissen, wenn mir was auffällt oder zu denken gibt? Immerhin gehöre ich ja fast zur Familie.“

„Na klar, das weißt du doch.“

„Gut – wie wäre es dann damit: Wenn sich jemand derart mit Tabletten voll gepumpt hat, wie es bei Patrick ja den Anschein hat, und ein Suizid angenommen wird, wie erklärst du dir dann den Ausflug auf den Balkon? Wollte er noch ein bisschen frische Luft schnappen und hat dabei das Gleichgewicht verloren und ist über die Brüstung gestürzt?“

Kollegin Kellner räusperte sich. „Diese Fragen prüfen wir gerade“, bemerkte sie in gestelztem Tonfall.

Tessy antwortete mit einem Lächeln, das ziemlich genau an der Oberlippe endete. Oder auch knapp darunter. Hanter kratzte sich am Hinterkopf und öffnete die Haustür. „Ja, so ist es. Wir wissen noch keine Einzelheiten.“

Tessy nickte. „Na schön. Bis dann also.“

Als die Tür ins Schloss gefallen war, lehnte sie sich mit dem Rücken dagegen und verharrte einen Moment regungslos. Vielleicht sollte ich mich raushalten, dachte sie. Mich um Kerstin kümmern, ganz freundschaftlich, den Rest den Behörden überlassen und mich nicht in deren Job mischen. Vielleicht hat Patrick sich ganz dramatisch verändert oder war krank gewesen. Depressionen, die keiner bemerkte. So was gab es. Natürlich. Alles war möglich. Von nebenan drang Geschirrklappern zu ihr. Dann hörte sie Kerstin mit den Kindern sprechen. Tessy stieß sich von der Tür ab und ging zurück in die Küche.

* * *

Als sie abends nach Hause kam, hatte sie nur noch einen Wunsch: abschalten und in einen tiefen, traumlosen Schlaf fallen. Ihr Handy klingelte, während sie die Jacke abstreifte und überlegte, ob sie einen Absacker nehmen sollte. Verdient hatte sie ihn allemal. Gertrud stand auf dem Display. Tessy schüttelte den Kopf, stellte aber die Verbindung her.

„Heute Abend nicht“, sagte sie statt einer Begrüßung und erläuterte ihrer Sex-Gespielin in aller Kürze, was passiert war. „Kein guter Zeitpunkt für unsere speziellen Vergnügungen“, fügte sie hinzu.

„Das sehe ich ganz anders“, erwiderte Gertrud leise. „Du brauchst dringend Aufmunterung.“

Tessy lächelte. „Ich weiß, was du meinst, aber …“

„Eine halbe Stunde, und ich verschwinde wieder. Mehr Zeit habe ich ohnehin nicht. Und das hübsche neue Spielzeug heben wir uns für einen anderen Zeitpunkt auf. Außerdem können wir ja auch reden, oder ich massiere dir nur den Nacken …“

Tessy lachte laut auf – zu ihrer eigenen Verblüffung. „Als du mir das letzte Mal nur den Nacken massieren wolltest, haben wir nach sieben Minuten auf dem Teppich gelegen.“

„Ich weiß. War das so schlimm?“

„Nein, aber …“

Gertrud traf zwanzig Minuten später ein. Die athletisch gebaute 50jährige sah auch bei Tageslicht umwerfend und verführerisch aus, fand Tessy. Sie trug ihr weizenblondes Haar raspelkurz und bevorzugte Lederklamotten. Ihren Augen schimmerten in einem unergründlichen Blau-Grau. Gertrud leitete in Berlin-Mitte einen gut gehenden Motorradladen für Frauen und hatte eine tiefe Bariton-Stimme, die Tessy regelmäßig Schauer über den Rücken jagte. Und nicht nur ihr. Sie hatten sich vor gut einem halben Jahr kennen gelernt, als Tessy eine Reportage über Frauen in typischen Männerberufen geschrieben hatte. Gertrud war mit ihr durch die Werkstatt gegangen und hatte plötzlich ganz dicht hinter ihr gestanden. Als Tessy sich umdrehte, küsste Gertrud sie, bis sie keine Luft mehr bekam. Keine zwei Stunden später waren sie im Bett gelandet und hatten es in den nächsten Stunden nur verlassen, um ins Bad zu gehen oder eine neue Flasche Prosecco zu holen.

Sie setzten sich im Wohnzimmer auf das abgewetzte Sofa und tranken ein Glas Wein, dann zog Gertrud Tessy auf ihren Schoß und massierte ihr mit kraftvollen Bewegungen Nacken und Rücken. Beruhigend und entspannend wirkte das nicht, ganz im Gegenteil. Hatte sie etwas anderes erwartet? Nicht wirklich. Tessy umfasste Gertruds Gesicht mit beiden Händen. „Küss mich“, forderte sie leise.

„Ist das alles?“ Gertrud lächelte.

„Hm, mal sehen“, sagte Tessy und umarmte Gertrud ...

Fortsetzung morgen

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Eine Folge aus dem erotischen Krimi "Tessy und die Zärtlichkeit des Kommissars". Alle Folgen der Reihe:

Teil 1 Die Liebesnacht vor dem Tode

Teil 2 Der Geruch der Angst

Teil 3 Ein Bier mit dem Kommissar

Teil 4 Die junge Kollegin des Kommissars

Teil 6 Mach es mir!

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Tessy und die Zärtlichkeit des Kommissars

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Ein neuer Kriminalroman rund um die Berliner Privatermittlerin Tessy. erotische-geschichten.biz-Redakteur Tobias Nolte: "Ich habe das E-Book von Autorin Lara Wolf auf meinem Sony-Reader verschlungen. Spannend, flüssig geschrieben. Tessy ist eine ehemalige Journalistin, die als Privatdetektivin in Berlin arbeitet. Autorin Lara Wolf schildert Tessys Abenteuer derart lebensecht und mit Einfühlungsvermögen, dass ich jede Faser der Hauptfigur vor mir sehe. Tessy ist sexuell äußerst interessiert - an Männern und Frauen. Das ist ziemlich schamlos, aber sehr natürlich und ohne reißerische Übertreibungen geschildert."

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Tessy und die Zärtlichkeit des Kommissars

Als E-Book im EPUB-Format hier:
Tessy und die Zärtlichkeit des Kommissars

Alle auf erotische-geschichte.biz erschienenen Folgen von Tessy und die Zärtlichkeit des Kommissars:

Teil 1 - Die Liebesnacht vor dem Tode

Teil 2 - Der Geruch der Angst

Teil 3 - Ein Bier mit dem Kommissar

Teil 4 - Die junge Kollegin des Kommissars

Teil 6 - Mach es mir!

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