geschichten
erotische Geschichten

Perverse Spiele hinter der Tanzfläche

Eine Folge aus dem Thriller "Tessy und das Geheimnis des Sexclubs"

Franka war an diesem Abend spät dran. Sie schlüpfte in ihr enges, knappes Kleidchen und warf einen prüfenden Blick in den Spiegel. Franka gefiel ihr Job. Zweimal in der Woche war sie im Club beschäftigt – zunächst auf der Tanzfläche, wo sie sich austobte, bis der Schweiß in Strömen floss, später häufig in einem der kleinen Hinterzimmer, wo sie sich ebenfalls nach Lust und Laune austoben konnte. Die Betonung lag auf ‚konnte’. Sie musste mit niemandem schlafen, der ihr nicht gefiel oder sich auf jemanden einlassen, dessen Wünsche ihr gegen den Strich gingen. Aber häufig hatte sie Lust auf Sex oder auch auf erotische Spielchen. Allerdings nur mit Männern. Sie war nicht einmal ansatzweise bi veranlagt, wie zum Beispiel Rhea, und hatte auch keinerlei Interesse daran, ihre Bedürfnisse diesbezüglich genauer unter die Lupe zu nehmen oder einfach mal etwas Neues auszuprobieren.

Es gab Gäste, die keinen anderen Wunsch hatten, als mit ihrem Partner oder auch zu dritt Sex zu haben, während Franka dabeisaß und zusah. Für das Zusehen wurde sie bestens bezahlt. Was für ein Job! Zwei, drei Gäste waren spezieller. Ein junger schweigsamer Typ kam seit Monaten regelmäßig alle drei bis vier Wochen in den Club, um Franka zunächst auf der Tanzfläche anzustarren und später im Hinterzimmer für sich allein tanzen zu lassen. Dabei holte er sich einen herunter. Wenn es weiter nichts war …

Ein Mann älteren Semesters liebte es, wenn Franka sich als junger Kerl verkleidete, wozu sie sich mit ihrer zierlichen Figur bestens eignete, und mit vulgären Ausdrücken um sich warf. Er bevorzugte Analverkehr, und es gehörte nicht allzu viel Phantasie dazu, sich auszumalen, dass der Gute seine Homosexualität selbst im Verborgenen nur auf Umwegen zulassen konnte. Franka gefiel der Gedanken, dem Mann bei seinem Phantasie-Coming-out behilflich zu sein.

Franka war blond, volllippig, hatte blaue Augen, einen unschuldigen Blick. Ihre Gene waren hervorragend, und die Natur hatte sie zusätzlich verwöhnt, zum Beispiel mit einem flotten Stoffwechsel, der ihrer schlanken Figur zugute kam. Franka konnte sich nicht daran erinnern, jemals einen Gedanken an eine Diät verschwendet oder irgendwelche Kalorientabellen studiert zu haben.

Sie lächelte, warf sich selbst eine Kusshand zu und wandte sich zur Tür, um den Umkleideraum zu verlassen, als ihr Blick auf Rheas Jacke fiel, die an der Garderobe hing – seit dem vorletzten Freitag, also vor gut anderthalb Wochen, als die Studentin das letzte Mal im Club gewesen war. Frankas Lächeln erlosch.

Sie schlief nicht besonders gut, seitdem Larissa sie über Rheas Verschwinden informiert hatte. Irgendwas stimmte da nicht, das spürte sie, obwohl sie mit der Kollegin und Kommilitonin nicht annähernd so eng befreundet war wie Larissa. Die hatte ihr am frühen Abend per SMS mitgeteilt, dass inzwischen eine Privatdetektivin nach Rhea suchte und auch im Club vorbeikommen würde, um einige Fragen zu stellen. Das stimmte Franka noch nachdenklicher. Nein, um genau zu sein, erschreckte sie der Hinweis. Niemand schaltete eine Detektivin ein, wenn es nicht wirklich ernst war.

‚Die Privatdetektivin ist okay’, hatte Larissa noch hinzugefügt. ‚Kannst ihr vertrauen.’

Franka hatte vor ungefähr einem Jahr zufällig mitbekommen, dass Rhea einen Job suchte und die gutaussehende, muntere Studienkollegin kurzerhand angesprochen. Der Club suchte attraktive, kluge und aufgeschlossene Mädchen hinterm Tresen, die auch mal bereit waren, in der Küche anzupacken. Dass Rhea sehr schnell interessiert gewesen war, in den Animierbereich zu wechseln, hatte Franka nur mäßig erstaunt, seitdem sie häufiger mit ihr zu tun hatte. Rhea hatte wesentlich mehr Tiefen als auf den ersten Blick erkennbar waren. Das machte Franka auch daran fest, dass sie sich gerne mit Paaren einließ – und dabei ging es wohl ganz schön zur Sache, wie sie aufgrund der lauten Geräuschkulisse so manches Mal mitbekam.

Franka schob ihre Gedanken beiseite und öffnete die Tür. Laute Musik schallte ihr entgegen. An der Bar saßen bereits etliche Gäste. Ungefähr die Hälfte von ihnen kannte sie. Sie lächelte einigen zu und ging mit wiegenden Schritten auf die Tanzfläche, um innerhalb weniger Minuten im lasziven Rhythmus der Musik zu versinken. Die Blicke der Gäste spürte sie wie feine Nadelstiche auf der Haut. Sie schloss die Augen, legte die Hände auf die Innenschenkel und ließ ihre Hüften bedeutungsvoll kreisen.

Nach knapp zwanzig Minuten sprach sie ein neuer Gast an und lud Franka zu einem Drink ein. Der Mann war schätzungsweise Mitte Vierzig, stammte aus Norddeutschland und hatte einen wichtigen Geschäftstermin in Berlin, wie er Franka ebenso ungefragt wie eifrig wissen ließ. Er hieß Rainer und neigte zum Bauchansatz – dafür hatte er sehr schöne Hände und eine angenehme Stimme. Nach dem dritten Drink fragte er höflich an, ob Franka neben dem Tanzen auch noch andere Aufgaben im Club wahrnahm.

„Das kommt drauf an“, erwiderte sie mit leisem Lächeln.

„Worauf genau?“

„Nun, ich suche mir meine Aufgaben selbst aus.“

„Interessant.“

„Nicht wahr?“

Er fixierte sie einen Augenblick forschend. „Ja, in der Tat, aber lass uns das Gespräch abkürzen.“ Er machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ich geb dir hundert Euro, und dafür darf ich fünfzehn Minuten lang mit dir machen, was ich will“, schlug er, plötzlich unangenehm schnell zur Sache kommend, vor. „Das ist ein ganz hübscher Stundenlohn, wenn du mal nachrechnest.“

Franka runzelte die Stirn. „So läuft das hier nicht. Du musst schon deutlicher werden. Was genau möchtest du denn mit mir machen?“ Sie stützte das Kinn in die Hand und sah ihm in die Augen.

Rainer seufzte. „Du machst es ziemlich spannend. Können wir nicht einfach nach hinten gehen, und dann zeig ich dir ohne große Worte, was ich will? Ich bin sicher, dass du mich gut verstehst.“

Franka schüttelte den Kopf. Der Typ begann sie zu nerven. Ich bin doch keine billige Straßennutte, fuhr es ihr plötzlich durch den Kopf. Ich entscheide, was hier mit wem läuft.

„Hundert Euro sind eine ganze Stange Geld … apropos Stange …“ Er fasste sich grinsend in den Schritt.

Ich hab schon niveauvollere Anzüglichkeiten gehört, dachte Franka, und der Gedanke schien sich auf ihrem Gesicht wiederzuspiegeln, denn Rainers Grinsen verflüchtigte sich auffallend schnell wieder. Er hob die Brauen und musterte sie mit lauerndem Blick. Plötzlich beugte er sich zu ihr vor und fasste nach ihrem Arm.

„Meine Güte, Mädchen, mach doch nicht so einen Aufstand! Ich will, dass du mir einen bläst, und zwar vom Allerfeinsten!“, raunte er ihr zu. „Und wenn du mich so richtig in Fahrt gebracht hast, besteige ich dich wie eine rossige Stute – Ende der Durchsage!“

„Du nimmst mir die Worte aus dem Mund“, gab Franka nach kurzem Überlegen zurück. „Such dir eine andere Gespielin – du bist nicht mein Typ.“

Rainer starrte sie perplex an. „Was?“

„Du bist nicht mein Typ.“ Sie zog ihren Arm zurück.

„Du spinnst wohl!“

Franka stand auf und drehte sich um. Rainer erhob sich ebenfalls und trat neben sie. Wieder wollte er nach ihrem Arm fassen. Sie wich ihm geschickt aus. „Lass mich bitte in Ruhe.“

„Zier dich doch nicht so!“

Andere Gäste folgten dem Disput bereits interessiert. Einige lachten, andere waren neugierig, wie es weitergehen würde. Vielleicht halten sie das Ganze für eine Inszenierung, dachte Franka. Sie sah zur Theke hinüber, wo ihr Chef stand. Konrad Bohl, der den Laden gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und Partnerin Eva Gruber führte, nickte ihr beruhigend zu und kam dann langsam um den Tresen herum. Er legte Rainer eine Hand auf die Schulter.

„Hier arbeiten noch andere, sehr hübsche Mädchen. Vielleicht hast du bei denen mehr Glück mit deinen Wünschen“, erklärte er ruhig.

Rainer fuhr herum und starrte Konrad erbost an. „Hör zu, Kumpel, der Club ist mir empfohlen worden. Ich will einfach nur gepflegt vögeln und keine langen Reden schwingen …“

„Wer immer dir den Club empfohlen hat, dürfte vergessen haben, darauf hinzuweisen, dass die Mädchen hier selbst entscheiden, mit wem sie in welcher Weise ein Stündchen, den Abend oder auch die Nacht verbringen. Wenn du das nicht respektierst, dann solltest du auf den Strich fahren, und zwar jetzt gleich.“

„Mach mir keine Vorschriften, Alter!“

„Und ob ich das tue.“ Konrad Bohl lächelte zuvorkommend, drehte Rainer dann mit geschicktem Griff den Arm auf den Rücken und bugsierte den empört protestierenden Mann zur Tür, ohne dass der die geringste Chance hatte, sich dagegen zu wehren.

Bohl war achtundvierzig Jahre alt und in bester körperlicher Verfassung. Es gab kaum einen Tag, an dem er nicht entweder im Fitnessstudio war, durch den Tiergarten joggte oder mit seinem Kung-Fu-Lehrer trainierte. Das konnte Rainer natürlich nicht wissen – dafür bekam er es zu spüren.

Franka beobachtete voller Genugtuung, wie der aufdringliche Gast aus Norddeutschland unfreiwillig schnell und unsanft aus dem Club befördert wurde. Sie atmete tief durch und wollte sich gerade umdrehen, als eine Frau eintrat, die irritiert und kopfschüttelnd hinter sich blickte, bevor sie die Tür schloss. Franka vermutete, dass sie mit Rainer zusammengestoßen war. Konrad Bohl schüttelte der Frau die Hand und führte sie zur Theke. Die beiden wechselten leise einige Worte miteinander.

Keine übliche einsame Clubbesucherin, die Anschluss oder auf verschämte Weise sexuelle Anregungen sucht, dachte Franka, während sie die Frau mit den hohen Wangenknochen und dem dunklen Haar musterte. In dem Moment, als sich ihre Blicke trafen, wusste Franka, wer die Frau war.

Erschienen am 06.12.2011 | zurück zur Startseite


Bewerte die Geschichte mit einer Schulnote:    


Eine Folge aus der Reihe "Tessy und das Geheimnis des Sexclubs". Die weiteren Thriller der Reihe:

  1. Das gefesselte Mädchen
  2. Das verschwundene Mädchen
  3. Dunkle Schönheit mit weiblichen Rundungen
  4. Die letzte SMS der schönen Rhea
  5. Larissa und der geheimnisvolle Club

RSS · Das Projekt · Kontakt · Datenschutz · © 2018Urheberrecht