geschichten
erotische Geschichten

Das verschwundene Mädchen

Eine Folge aus dem Thriller "Tessy und das Geheimnis des Sexclubs"

Das Gewitter hatte in Berlin nur in einzelnen Stadtteilen gewütet – Marienfelde gehörte dazu. Wie sollte es auch anders sein? Tessy hatte nichts gegen ein reinigendes Sommergewitter, bei dem es ordentlich krachen und aus allen Kübeln gießen durfte. Aber das kleine Häuschen ihres Onkels machte alles andere als einen stabilen Eindruck – als die Katzen in der Nacht in ihrem Bett Schutz gesucht hatten, was für die beiden Streuner normalerweise absolut unter ihrer Würde war, wusste sie, dass die Unwetterzentrale Recht behalten hatte.

Reis könnte ich hier anbauen oder Karpfen züchten, dachte Tessy, als sie am frühen Morgen bei einem ersten Rundgang in kniehohen Gummistiefeln überschwemmte Beete sowie arg zerzauste Büsche und Bäume begutachtete. Doch davon abgesehen hatten Haus und Schuppen erstaunlicherweise den Naturkräften getrotzt, und sie konnte Edgar eine knappe Stunde später telefonisch mitteilen, dass er sich keine Sorgen zu machen bräuchte.

Tessys Onkel war gelernter und längst pensionierter Tierpfleger, außerdem ein chaotischer Kauz. Mittlerweile lebte er seit Monaten als Dauergast bei einem alten Freund in Bayern, wo die beiden sich mit Haut und Haaren einem Wildkatzen-Projekt verschrieben hatten, während seine Nichte in sein Häuschen im grünen Süden von Berlin umgesiedelt war.

Tessy genoss das Leben in Edgars skurrilem Zuhause. Die Entscheidung, ihre schicke und teure Wohnung in Kreuzberg aufzugeben sowie den Journalisten-Beruf gegen den der Privatdetektivin einzutauschen, hatte sie noch keine Minute bereut, auch wenn ihre ersten beiden Fälle nicht nur mit Aufregung verbunden gewesen waren, sondern durchaus ins Auge hätten gehen können, wie Dirk Hanter, Kriminalkommissar und Tessys Liebhaber in einer Person, nicht müde wurde zu betonen.

Das ganze Leben kann manchmal verdammt ins Auge gehen – oder auch knapp daneben –, pflegte Tessy daraufhin achselzuckend zu erwidern, und wenn Hanter gute Laune hatte, lächelte er und ließ seine Grübchen sehen. Falls er schlechter Stimmung war, verdüsterte sich sein Blick. Hanter gab immer dann gerne den Miesepeter, wenn Tessy ihn daran erinnerte, dass sie seine Qualitäten als Liebhaber und Freund zu schätzen wusste, aber auf ihre erotische Beziehung zu ihrer Geliebten Gertrud – oder wem auch immer – keinesfalls verzichten wollte. Tessy legte allergrößten Wert auf ihre Freiheit. Das hatte Hanter vorher gewusst.

Wahrscheinlich ist er davon überzeugt, mich irgendwann auf den rechten Weg bringen zu können, überlegte Tessy, während sie sich einen zweiten Kaffee und eine dicke Scheibe Brot mit Salami genehmigte und ihren Laptop hochfuhr. Und dieser Weg bedeutete: eine stinknormale Beziehung mit ihm zu führen, monogam, versteht sich. Wie langweilig. Sie hatte gerade eine Mail von Gertrud gelesen, die zurzeit mit ihren Motorradfreundinnen Ferien in Frankreich machte und auch nichts anbrennen ließ, wie Tessy ihren unmissverständlichen Schilderungen amüsiert entnahm, als ihr Handy klingelte. Dirks Name leuchtete auf dem Display auf.

„Willst du nachfragen, ob ich abgesoffen bin?“, fragte sie statt einer Begrüßung und lachte vergnügt. „Sieht man einmal davon ab, dass der Garten geflutet ist, kann ich dir vorweg versichern, dass bei mir alles okay ist, ich heute Nacht mein Bett allerdings mit zwei ungewöhnlich verängstigten Katern teilen musste.“

Hanter räusperte sich. „Freut mich zu hören – ich meine, dass alles in Ordnung ist. Bist du zu Hause und hast einen Kaffee für mich?“

Tessys Herzschlag beschleunigte sich. „Willst du deine Frühstückspause versüßen? Ich hätte dazu durchaus einige Ideen …“

„Ich auch“, gab Dirk rasch zurück. „Allerdings sind die eher beruflicher Natur. Hoffentlich enttäuscht dich das jetzt nicht allzu sehr.“

„Nein, denn man kann das Schöne mit dem Nützlichen verbinden.“

„Ich ahne, worauf du hinaus willst, aber …“

„Hanter, du zierst dich schon wieder wie eine Jungfrau!“

„Ich bin in zehn Minuten bei dir.“

„Wunderbar. Ich hoffe, du kommst dann auch“, schob sie anzüglich nach.

Als Dirk die Tür öffnete, stand Tessy am Herd und goss den Kaffee auf. Außer einem schwarzen Spitzenhemdchen, das so ziemlich genau an der Schamhaargrenze endete, trug sie – nichts. Ihr Haar war nass von der Dusche, und sie lächelte, als Hanter mit gerunzelten Brauen zögernd näher trat. Sie liebte es, wenn er den unberührbaren, ernsten Kommissar gab, der missbilligend auf ihre Avancen reagierte. So waren sie sich vor einigen Monaten näher gekommen, als sie in ihrem ersten Fall den angeblichen Selbstmord des Mannes ihrer Freundin Kerstin hinterfragt hatte. Letztlich hatte Dirk ihr nicht widerstehen können.

„Tessy, ich habe wirklich keine Zeit …“

„Glaub mir, dafür reicht es, Süßer“, unterbrach sie ihn, ging ihm entgegen und schlang die Arme um seinen Hals. Sie hauchte ihm einen Kuss aufs Ohr, umspielte es mit ihrer Zungenspitze und drängte sich an ihn. „Soviel Zeit muss einfach sein, verstehst du?“

Er seufzte. „Ich finde …“

„Ich auch, Herr Kommissar.“ Tessy legte eine Hand auf seinen Hintern, mit der anderen griff sie ohne zu zögern in seinen Schritt und lächelte zufrieden. Hanters Erektion war deutlich zu spüren. „Wie hätten Sie es denn gern?“

„Manchmal bist du einfach nur … schamlos“, knurrte er.

„Ich weiß, und um mit den Worten unseres Bürgermeisters zu sprechen: Das ist auch gut so.“ Sie versuchte, ihn zum Sofa zu drängen, aber er packte ihre Schultern, hielt sie einen Moment fest und steuerte dann plötzlich den Esstisch an.

Tessy spürte, wie ihr Atem sich beschleunigte, als er sie hochhob und auf der Tischkante absetzte. Sein Blick bohrte sich in ihren. Genau so möchte ich gleich deinen Schwanz in mir haben, dachte sie: hart, fest, fordernd. Er schob seine Hände unter ihr Hemd und begann, ihre Brustwarzen zu reiben. Sie fuhr sich mit der Zunge über die Unterlippe, als sich ihre Nippel unter seinen Händen härteten. Ihre Beine öffneten sich wie von selbst, und er starrte auf ihr Dreieck.

„Tu dir keinen Zwang an“, flüsterte sie.

Er beugte sich herunter, drängte ihr Schenkel noch weiter auseinander, und dann spürte sie, wie er ihre Knospe mit seinen Lippen umschloss. Sie legte den Kopf in den Nacken, stützte die Unterarme auf dem Tisch ab, stemmte ihr Becken hoch und schob es ihm entgegen. Seine Zunge begann, ihre feuchte Möse mit langsamen, zärtlichen Bewegungen und in frechem Vordringen zu erkunden. Gut, dachte Tessy und stöhnte voller Wonne. Gegen Gertrud hättest du zwar keine Chance, aber gegen Gertrud hat kein Kerl eine Chance – jedenfalls nicht mit der Zunge –, und Dirk wurde immer besser. Sie genoss das zittrige Rein- und Rausgleiten und unterstützte es mit kreisenden Bewegungen ihres Unterleibs. Sie stöhnte noch lauter. Plötzlich hob Hanter den Kopf.

„Schade“, flüsterte Tessy.

Er richtete sich auf und öffnete seine Hose mit geübtem Griff.

„Oder auch nicht“, fügte sie mit lauerndem Blick hinzu. „Du willst mich also tatsächlich auf dem Tisch durchficken? Ich bin begeistert.“

Dirk erwiderte nichts. Er packte ihre Schultern und drückte ihren Oberkörper auf den Tisch. Sein steil aufgerichteter Schwanz hatte keine Mühe, in ihre feuchte Höhle einzudringen, und sie gierte nach seinen kraftvollen Stößen. Dirk umfasste ihre Hüften, während sie ihre Beine über seine Schultern legte. Sein zunächst trügerisch sanfter und behutsamer Rhythmus zog innerhalb weniger Augenblicke deutlich an. Tessys Möse weitete sich, und als sie ihm gerade zuflüstern wollte, dass er ruhig noch etwas mehr Gas geben könne, sie sei schon ein großes und sehr, sehr geiles Mädchen, der man es ordentlich besorgen könne, begann Dirk, sie hart und in deutlich schnellerem Tempo zu vögeln. Der Tisch begann zu quietschen. Sie schrie auf und hörte, wie er lachte – mit rauer zittriger Stimme.

„Ist es das, was du willst?“

„Und ob!“

Er stieß noch kräftiger zu, und sie kamen fast gleichzeitig, wobei Tessy unanständig laut wurde. Bei geöffneten Fenstern hätte die Nachbarschaft sicherlich einiges mitbekommen.

Fünf Minuten später saßen sie mit ihren Kaffeetassen auf dem Sofa. Mit erhitzten Gesichtern und zutiefst entspannt. Jedenfalls fühlte Tessy sich so. Sex war für sie ein Lebenselixier, auf das sie ungern länger als einige Tage verzichtete, und auch das nur wenn es unbedingt sein musste.

Hanter schlug ein Bein über das andere und sah sie plötzlich mit ernstem Blick an. „Wie sehen eigentlich deine Pläne für die nächste Zeit aus? Fährst du in den Urlaub?“

Tessy trank einen Schluck Kaffee und schüttelte den Kopf. „Nein, Edgar schafft es in den nächsten zwei Monaten nicht nach Berlin, wie er mir letztens versichert hat, und ich glaube, es wäre ihm gar nicht recht, wenn ich mit der Betreuung der Katzen und der Gartenpflege irgend jemanden beauftragen würde …“

Dirk wandte kurz den Blick zur Decke.

Tessy seufzte. „Ja, ich weiß, er ist diesbezüglich schon ziemlich speziell, aber was soll’s? Ich hab ihm versprochen, mich hier um alles zu kümmern, und dafür zahle ich keine Miete. Außerdem …“ Sie zuckte mit den Achseln. „Mich zieht es im Moment nicht in die Ferne, obwohl ich das nötige Kleingeld inzwischen erfreulicherweise durchaus aufbringen könnte.“ Sie sah ihm tief in die Augen und lächelte. „Oder wolltest du mich auf die Malediven einladen?“

Dirk lächelte zurück. „Ein andermal vielleicht. Nein, meine Frage hat einen anderen Hintergrund. Ich bearbeite gerade einen Fall, den ich in Kürze zu den Akten legen muss –, aber ich könnte mir sehr gut vorstellen …“

„… dass noch private Recherchen nötig sind?“, vervollständigte Tessy den Satz.

Seit der Aufklärung der Drogengeschäfte des Antiquitätenhändlers Philipp Sommer waren erst wenige Wochen vergangen, und der Auftrag hatte ihr zugesetzt, so sehr, dass sie sich eine längere Pause verdient hatte. Andererseits flogen ihr als Branchenneuling die Fälle auch nicht unbedingt von alleine zu. Außerdem mochte sie ihren Job, mehr noch: Ihrer eigenen Überzeugung nach war sie die geborene Schnüfflerin, und zwar im besten Sinne – die Erforschung der Hintergründe eines Falls und die Fährtensuche hatten sie schon immer fasziniert, und wenn sie dabei noch gutes Geld verdienen und interessante Leute kennen lernen konnte, fühlte sie sich ganz und gar in ihrem Element.

„Könnte man so sagen“, stimmte Dirk zu und blickte einen Moment an ihr vorbei zum Fenster hinaus. „Es geht um eine junge Frau, die vermisst gemeldet wurde“, fuhr er schließlich fort und sah Tessy wieder an. „Sie hat Eltern und Freund per SMS mitgeteilt, dass sie eine Auszeit braucht und ist seitdem verschwunden. Das war vor anderthalb Wochen. Der Familie und auch dem Freund kommt das allerdings mehr als eigentümlich vor. Sie sind davon überzeugt sind, dass etwas passiert ist.“

„Was befürchten sie denn?“, hakte Tessy nach.

„Es gibt keinen konkreten Verdacht, aber ein solches Verhalten passt, wie alle betonen, mit denen wir gesprochen haben, nicht zu der Frau. Wir haben also eine grundsätzliche Überprüfung vorgenommen, uns die Wohnung angesehen, ein paar Erkundigungen eingezogen … na, das Übliche“, erläuterte Dirk. „Aber es fanden sich keine Anhaltspunkte, die uns stutzig machen müssten. Die Frau ist fünfundzwanzig Jahre alt und mag sich auf ungewöhnliche Weise verabschiedet haben – nur das allein ist wahrlich kein Hinweis auf ein Verbrechen. Wir hätten noch viel mehr zu tun, wenn wir bei derlei Geschichten den gesamten Behördenapparat in Gang setzen würden.“

„Verstehe. Der Polizei sind die Hände gebunden, was weitergehende Ermittlungen angeht“, resümierte Tessy. „Aber so ganz wohl ist dir bei der Sache nicht, oder?“

Dirk nickte. „Du hast es erfasst. Heute früh hat mich der Vater noch einmal angerufen“, fuhr Hanter fort. „Er war ziemlich entsetzt, als ich ihm sagte, dass wir nichts mehr machen können. Ich habe ihm dann geraten, einen Privatermittler einzuschalten.“

Tessy griente. „Was hielt er von der Idee?“

„Er fragte mich sofort, ob ich ihm jemanden empfehlen könnte.“

„Aha. Und?“

Dirk lächelte und zog eine Visitenkarte aus seiner Hosentasche. „Ruf doch mal an und verabrede dich mit ihnen zu einem Gespräch.“

„Na klar.“ Tessy nahm die Karte an sich.

„Er ist übrigens Lehrer, die Mutter führt einen Kosmetiksalon am Ku’damm. Die können sich also ein anständiges Honorar leisten.“

„Gut zu wissen. Kannst du mir davon abgesehen schon ein paar Einzelheiten …“

„Du weißt, dass ich das nicht darf.“

„Wenn es danach ginge, was man deiner Ansicht nach alles nicht darf …“ Sie lächelte anzüglich. „Du sollst mir ja nicht deine komplette Akte überlassen, könntest mir aber vorweg beispielsweise schon mal verraten, ob die Handyortung etwas ergeben hat.“

Dirk runzelte die Stirn. „Nein – negativ“, erwiderte er. „Und man erreicht nur die Mobilbox.“

„Zwielichtige Freunde?“

Er hob die Hände. „So weit waren wir noch gar nicht. Das wäre dann dein Job – solltest du den Auftrag bekommen.“

„Alles klar.“

„Und nur so nebenbei: Falls du Merkwürdigkeiten feststellst oder auf Hinweise stößt, die dich skeptisch machen, wirst du selbstverständlich …“

„… die Polizei einschalten: deinen Freund und Helfer“, warf Tessy eilig ein. „Selbstverständlich, Herr Kommissar.“

 

Erschienen am 02.12.2011 | zurück zur Startseite


Bewerte die Geschichte mit einer Schulnote:    


Eine Folge aus der Reihe "Tessy und das Geheimnis des Sexclubs". Die weiteren Thriller der Reihe:

  1. Das gefesselte Mädchen
  2. Dunkle Schönheit mit weiblichen Rundungen
  3. Die letzte SMS der schönen Rhea
  4. Larissa und der geheimnisvolle Club
  5. Perverse Spiele hinter der Tanzfläche

RSS · Das Projekt · Kontakt · Datenschutz · © 2018Urheberrecht