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Masochistin Denise (26): “Nur in der Unterwerfung finde ich sexuelle Erfüllung”

Denise ließ sich nicht fotografieren. "Meine Eltern dürfen nicht wissen, was ich tue." Chantal (18) sprang ein. Sie ist eine Freundin von Denise, ebenfalls "im Geschäft". Chantal: "Ich habe kein Problem damit. Es bringt mir Spaß, macht mich an, gefesselt zu werden. Und wenn die Männer dafür auch noch Geld bezahlen wollen - umso besser!" Richtig glücklich sah Chantal bei der Fotosession allerdings nicht aus. Fotografin Sybille Demirel hinterher: "Das ist eine perverse Arbeit, welcher sich die Mädchen da aussetzen. Ich dokumentiere das mit der Kamera, okay. Aber selbst so arbeiten? Niemals."

Als sie uns in einem Café in der Innenstadt gegenübersitzt, könnte man die junge Dame leicht für eine Sekretärin halten, die in der Mittagspause schnell einen gut gebrühten Kaffee in gepflegter Atmosphäre trinken möchte. Denise erweckt einen überaus seriösen, sympathischen, etwas schüchternen Eindruck. Und nicht mal Fachleute einer Agentur für Arbeit würden wohl erraten, womit sie tatsächlich ihr Geld verdient. Denise (26) ist hauptberufliche Sex-Sklavin, lässt sich von zahlungskräftigen Herren beleidigen, befehlen und benutzen.

Diverse Fotos, die uns die attraktive Dunkelhaarige mitgebracht hat, belegen dies eindrucksvoll. Sie zeigen die 26-Jährige an ihrem Arbeitsplatz, einem Sadomaso-Studio in der Nähe von Lübeck. Wir sehen Denise - meist halbnackt, nur mit schwarzen Strapsen und Strümpfen bekleidet - an schwere Metallketten gefesselt, wie sie auf einer Art Folterbank liegt oder auf allen Vieren über den Boden kriecht.

“Ursprünglich wollte ich Schauspielerin werden, habe sogar eine dreijährige Ausbildung absolviert“, erzählt Denise. „Aber als ich damit fertig war, merkte ich, wie schwer es ist, Engagements zu bekommen. Da habe ich das Fach gewechselt - machte meine persönliche Neigung zum Beruf.“ Und mit leiser Stimme fügt sie hinzu: „Ich bin eine Masochistin. Nur in der Unterwerfung finde ich sexuelle Erfüllung.”

Häufig geht es denen gar nicht um richtigen Sex

Aber auch Denises jetziger Job hat eine Menge mit Schauspielerei zu tun. Als Sex-Sklavin schlüpft sie in immer neue Charaktere, spielt bestimmte Rollen. “Ich glaube, viele Menschen können sich gar nicht vorstellen, was manche Männer brauchen, um erregt zu werden. Oder um Befriedigung zu erlangen”, meint die gebürtige Rostockerin. “Häufig geht es denen gar nicht um richtigen Sex, sondern in erster Linie darum, jemanden zu erniedrigen und psychisch zu quälen. Ich kann schon verstehen, dass Ehefrauen diesen Part nicht übernehmen wollen und die Männer zu uns kommen. Im Studio werde ich oft behandelt wie der letzte Dreck. Und das Seltsame ist: Ich genieße es sogar. Ja, mich von einem Mann erniedrigen zu lassen, gibt mir einen irren Kick. Und obendrein werde ich dafür auch noch fürstlich bezahlt.”

Die jeweilige Höhe des Honorars - oder sollten wir es Schmerzensgeld nennen? - ist Verhandlungssache. Und während unseres Gesprächs tabu. “Natürlich gehören unsere Kunden vom Einkommen her schon zu den gehobenen Schichten”, räumt Denise ein. “Meist handelt es sich um Angestellte in größeren Firmen - Leute im mittleren Management, die gerne mal den Boss spielen möchten.” Und das dürfen sie bei der Sex-Sklavin: Sagen, wo es langgeht. Denise: “Meine zwei Geschäftspartnerinnen und ich machen so ziemlich jede Inszenierung mit.”

Schauspielern muss die junge Frau ebenfalls, wenn sie ihre Eltern daheim in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Dann lässt sie ihren schwarzen BMW Z4 zu Hause in der Tiefgarage. Und leiht sich den alten VW Golf ihrer besten Freundin Uschi. Denise: “Meine Eltern dürfen nie erfahren, was ich beruflich mache. Die würden vor Scham im Boden versinken.”

Mit Uschi hingegen kann sie über alles reden, sich auch mal ausheulen. Denise: “Ab und zu bin ich völlig fertig. Dann überlege ich mir immer, wie lange ich diesen beinharten Job noch aushalten kann, dieses erniedrigende Leben noch führen will.”

Fakten zu den Sexualpraktiken des Sado-Maso Namensgeber dieser Sexualpraktiken sind der Schriftsteller Marquis de Sade (1740-1814), der Befriedigung darin empfand, andere Menschen zu quälen, und der Ritter Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895, siehe Foto links), der sich seiner Ehefrau in allem unterwarf und mit Freuden ihr Sklave war. Die Hauptsache beim SM-Sex ist das Rollenspiel. Plus cooles Outfit, bevorzugt aus Leder. Meist übernimmt einer den aktiven, der andere den passiven Part - "Top" und "Bottom". Und nicht immer geht es um Schmerzen. Manch einer findet es toll, beschimpft zu werden. Oder steht auf Fesselspiele. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Brutale Gewalt wird abgelehnt.

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