Ich bin 40 Jahre alt, Mutter einer 14jährigen Tochter, Ehefrau eines erfolgreichen Anwalts und schlafe seit 20 Jahren mit demselben Mann. Sie fragen mich, was das mit Erotik zu tun hat? Genau – nichts! Wäre da nicht dieser glutäugige, türkische Beachboy im Urlaub gewesen, ich hätte wohl nie erfahren, dass mir etwas ganz Entscheidendes in meinem Leben fehlt: richtig guter, geiler Sex!
Mein mir Angetrauter ist nicht schlecht im Bett, soweit ich das beurteilen kann. Und am Anfang war er das Beste, was ich bis dahin genießen durfte. Kein stumpfes Rein-Ruck-Raus, kein Abspritzen und Einschlafen, keine Bitte um Vergabe von Haltungsnoten danach. Helmut spielte virtuos auf der Klaviatur meines Körpers, erwies sich als erstaunlich kreativ, was Stellungen und Ambiente anbelangte und liebte es, sich an mir satt zu trinken. Ihm musste ich keinen Orgasmus vortäuschen – ich hatte jedes Mal einen. Okay, auch jetzt, nach 20 Jahren, haben wir noch manchmal Spaß miteinander, aber irgendwann schlich sich doch die Routine ein. Kein Zentimeter seines Körpers, den ich nicht kenne. Sein Geruch, seine Liebesworte, sein Stöhnen – alles so vertraut. Zu vertraut.
Plötzlich sehen mich dunkle Augen an. Ein Blick, leidenschaftlich, voller Begehren. Ich wende mich suchend um. Dieser Blick kann unmöglich mir gelten. Aber hinter mir ist niemand. Ich bin völlig verwirrt. Seit Jahren hat mich kein Mann mehr so angesehen. Da spüre ich eine weiche, warme Hand auf meinem Arm. „Hallo, ich bin Adnan. Willkommen an der Nautik. Kann ich Dir irgendwie helfen?“ Meine Haut unter seinen langen, schlanken Fingern scheint zu brennen. „Äh, ja… Vielleicht. Wir sind heute erst angekommen und ich… Helmut… Also mein Mann und ich würden gern segeln. Melanie surft. Melanie ist meine Tochter. Zu blöd, jetzt habe ich meinen Kat-Schein auf dem Zimmer vergessen. Falls das ein Problem ist, ich kann …“ Seine Augen saugen mich auf, seine Hand streichelt beruhigend sanft meinen Arm. „Scheine brauchen wir hier nicht. Ich schaue mir nachher selbst an, wie gut Du segeln kannst. Komm, ich zeige Dir jetzt erst einmal alles. Wie heißt Du eigentlich?“ Adnans Augen lassen mich nicht los, während er leicht den Arm um mich legt.
Ich spüre seine harten Muskeln an meinem Rücken und ein lang vermisstes Ziehen in meinem Unterleib. „Manuela. Meine Freunde nennen mich Manu.“ Seine vollen Lippen umspielt ein fast arrogantes, unergründliches Lächeln. „Manu… Wunderschöner Name. Passt zu Dir. Freut mich, Dich kennen zu lernen … Maaanuuu.“ Ein gutturaler Hauch, fast ein Stöhnen. Mir war bis dahin gar nicht bewusst, wie erotisch mein Name klingt. Das Ziehen in meinem Unterleib verstärkt sich bedrohlich. Um Gottes willen, ich werde schon feucht, wenn er nur meinen Namen nennt! Soetwas ist mir noch nie zuvor passiert. Möglichst unauffällig versuche ich, mich aus seiner Umarmung zu befreien. Vergeblich. Sein Druck wird nur noch fester. „So, Maanuu…“ Dieser Blick. Hör auf, mich so anzusehen, Adnan! Makellos weiße Zähne blitzen auf. „Dann wollen wir mal schauen, was ich für Dich tun kann, Maanuu.“
Wo, verdammt noch mal, bleiben Helmut und Melanie bloß? Ich brauche dringend Schutz. Schutz vor mir selbst. Helmut ist trotz seines Alters immer noch ein attraktiver Mann und Melanie entwickelt sich zu einer blonden Schönheit. Meine Tochter würde auch viel besser zu diesem jungen Beachboy passen… Überhaupt, Adnan könnte fast mein Sohn sein. Der schaut bestimmt alle Frauen so an, beruhige ich mich.
„Maanuu? Ich habe das Gefühl, Du hörst mir gar nicht zu. Bin ich so langweilig für Dich?“ Wenn Du wüsstest… „Nein, nein! Entschuldige, bitte. Ich frage mich nur gerade, wo mein Mann und meine Tochter sind…“ „Du machst auf mich nicht den Eindruck, als ob Du nicht allein klar kommst. Aber wenn Du Deinen Mann unbedingt dabei haben möchtest, können wir natürlich mit dem check up auf ihn warten.“ Süffisantes Lächeln. Will ich vor Adnan als unselbständige Mutti dastehen?
Fortsetzung folgt
Auf den Plätzen 2 und 3 des Geschichtenwettbewerbs ...
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