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Rico (24): “Plötzlich liebe ich einen Transvestiten - bin ich jetzt pervers?”

Sie ist ein absolutes Klasseweib. Beine bis zum Himmel, rank und schlank. Die blonde Mähne umrahmt ein hübsches Gesicht. Mit lebendigen, blauen Augen. Ihr Mund lädt ein zum Küssen. Der Po ist knackig, die Taille super, und ihr Busen kann einem Mann den Verstand rauben.

Sie bewundert ihren ausgefallenen Ring. Sie?! - Wer genau hinschaut entdeckt: Hinter sorgältiger Frisur, nachgetuschter Augenbraue und dickem Make-up verbirgt sich ein Mann ...

Noch nie hatte ich erlebt, dass mir eine Frau derart den Kopf verdreht hat.

Ich bin ihr rein zufällig begegnet, sah sie in einem Café am Kurfürstendamm, war sofort von ihr fasziniert. Wir flirteten ein wenig mit den Augen, lächelten uns zu. Da ich im Grunde meines Herzens ein sehr schüchterner Mensch bin, traute ich mich aber nicht, sie anzusprechen.

Gerade bei besonders attraktiven Frauen habe ich die größten Hemmungen. Am nächsten Tag ging ich wieder in das Café, in der Hoffnung, sie zu treffen. Und so war es dann auch. Ich setzte mich an ihren Tisch, und wir unterhielten uns fabelhaft. Über Gott und die Welt.

Wir verabredeten uns für denselben Abend, gingen zusammen essen und anschließend noch tanzen. Etwa einen Monat lang trafen wir uns an den Wochenenden, ohne dass mehr zwischen uns war als leidenschaftliche Küsse. Eines Tages schließlich sagte mir meine Traumfrau, dass sie gern noch mit mir in die Wohnung käme. Ich war so überrascht, dass mir die brennende Zigarette auf die Hose fiel.

Bei mir zu Hause holte ich eine Flasche Sekt aus dem Kühlschrank, legte sanfte Musik auf, zündete ein paar Kerzen an und verschwand mal kurz im Badezimmer. Als ich zurückkam, war meine Zaubermaus schon ins Bett gekrochen. Ich lüpfte die Decke und bekam den Schreck meines Lebens. Unten herum war Petra, so nannte sie sich, ein Peter!

Rico aus München schilderte sein Problem in einer Mail an Verena Lasskovitz.

Die Lösung von Verena Lasskovitz:

Ich führte ein langes Gespräch mit Rico. Zunächst erklärte ich ihm einige Details zu Transvestiten.

Viele Transvestiten sind tatsächlich auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen. Sie enthaaren die Beine, überschminken den Bartwuchs, verstellen die Stimme. Und sie bewegen und kleiden sich meist mit soviel Sex-Appeal, dass sie auf Männer oft attraktiver wirken als "richtige" Frauen. Hinter der schillernden Fassade verbirgt sich jedoch im allgemeinen ein bedauernswertes Schicksal - Einsamkeit, Angst vor dem Outing und dem Spott der "normalen" Mitmenschen.

Dann erklärte ich Rico, dass er auf keinen Fall pervers ist. Er sollte in sich gehen, sich selbst befragen, ob er für Peter tiefergehende Gefühle entwickeln kann, oder ob der Schock der Entdeckung zu groß ist. Fühlt er sich von Peter hintergangen, weil Peter sein Geheimnis zunächst nicht mit ihm teilte? Oder hat er Verständnis für Peters Verhalten?

Rico ist noch nicht sicher, wie seine Beziehung zu Peter weiter gehen wird. Wir werden uns in vier Wochen noch mal eingehend besprechen.

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Der multiple Orgasmus kommt bei Frauen häufig vor, stellt die Charité-Universitätsmedizin Berlin in einer großen Fragebogenaktion fest. 575 Frauen wurden anonym über ihr Sexualerleben befragt.

Mit einem Vorurteil räumt die Studie auf: dem angeblichen vaginalen Orgasmus. Nur wenige Frauen unterscheiden laut der Studie zwischen einem klitoralen und vaginalen Orgasmus. Vielen sind die Unterschiede nicht bekannt. Unter klitoralem Höhepunkt summieren viele Frauen einen Orgasmus, der bei manueller Stimulation der Klitoris erreicht wird. Als vaginaler Höhepunkt wird ein Orgasmus angesehen, der durch Eindringen des Penis’ hervorgerufen wird.

“Die Erlebnisqualität ist bei den meisten Frauen nur minimal different”, erklärt Diplom-Psychologin Anja Lehmann vom Institut für Medizinische Psychologie. “Der klitorale Orgasmus wird - wenn überhaupt - als punktueller und daher intensiver erlebt, der vaginale eher ganzheitlich-diffus.”

Die “Qualität” des Orgasmus wird von befragten Frauen als gleichwertig empfunden, egal ob der Orgasmus durch Selbstbefriedigung, durch Streicheln oder Geschlechtsverkehr hervorgerufen wird. “Letztlich geht jeder Orgasmus von der Stimulation der Klitoris aus, ohne Stimulation der Klitoris ist ein Orgasmus fast nicht möglich. Dabei ist die außen sichtbare Klitorisspitze nur ein kleiner Teil des Organs, das elf Zentimeter lang ist und dessen Nervenenden bis in die Vagina und die Oberschenkel hineinreichen”, sagt Dr. Sabine Grüsser-Sinopoli.

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