Ein Bericht von Tom. Diesmal aus Bremen. Eine hohe und dichte Hollunderbuschhecke verbirgt das schmucke Anwesen vor neugierigen Blicken von der Straße. Auch die Front des Rotklinkerbaus aus den 70er in einem gutbürgerlichen Vorort von Bremen hat keine Fenster. Entweder ist es wirklich perfekt ausgesucht oder extra für seinen jetzigen Zweck gebaut worden. Hinter der schweren und massiven Holztür in Kassettenbauweise befindet sich nämlich ein als Swingerclub getarnter Puff.
Ursprünglich hatte Herbert, der Chef des Hauses, seinen Puff als Club getarnt, um nicht wegen Förderung der Prostitution mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Dieser Grund ist zwar seit der Liberalisierung der Gesetze entfallen, aber weil die Geschäfte so gut liefen, gab es für Herbert überhaupt keinen Grund, das System zu verändern.
Das System ist ziemlich tricky. Herbert betreibt sein Haus als Pärchentreff mit, und das ist wichtig, Herrenüberschuss! Die männlichen Kunden zahlen einen Eintritt von 80 Euro. Dafür dürfen sie trinken, was die Bar hergibt und sich am Büfett bedienen. Auch dürfen sie mit den leichtgeschürzten Damen plaudern, die an der Bar stehen, oder im Sommer sich am Swimmingpool im großen Garten räkeln. Auch dieser Garten ist von draußen nicht einsehbar.
Wenn nun einer der Kunden eine Dame bespringen möchte, wird er wieder zur Kasse gebeten. Natürlich nicht für den Sex! Das wäre dann ja Prostitution! Nein, das Zimmer für den Akt kostet einfach 50 Euro für 30 Minuten. Und so kann Herbert stolz verkünden: “Sex ist bei uns umsonst. Wenn eines der Mädels hier für Sex kassieren will, fliegt sie sofort raus!”
Die jungen Damen, die Herberts Anwesen bevölkern, stammen bis auf ganz wenige Ausnahmen aus Russland und der Ukraine. Und weil sie hier ja kostenlos vögeln, also keinesfalls als Prostituierte arbeiten, genügt ihr auf drei Monate befristetes Touristenvisum.
Unser Herbert ist also ein richtig Schlauer. Wenn auch nicht Oberschlauer. Denn die Russen, die ihm vermutlich die Mädchen liefern, haben bei ihm kein Hausverbot. Ab und an taucht ein muskelbepackter Knochenbrecher aus dem früheren Reich des Zaren auf, benimmt sich, wie sich Kriminelle benehmen und verängstigt die biederen Familienväter, die bei Herbert nichts weiter als den schnellen Fick in gepflegter Atmosphäre suchen. Einer wahrer Souverän würde dieses Gesindel in seinem Haus nicht dulden. Zu Herberts Ehrenrettung muss ich aber aus eigener Erfahrung sagen, dass es alles andere als einfach ist, mit Russen Geschäfte zu machen und sie sich gleichzeitig vom Hals zu halten.
Herbert hat nun beschlossen, auch im Internet Geld zu machen. Dazu braucht man eine Homepage (hat Herbert), Texte (macht Herbert selber), Fotos (macht der Herbert auch selber) und Videos (hat der Herbert versucht zu machen). Herbert ist nämlich nicht nur ein Schlauer, sondern auch ein Geiler. Und das kann bei einer Videoproduktion zum Problem werden.
Dem Herbert ist es einfach unmöglich, eine Dame zu filmen, ohne gleichzeitig seinen Schwanz hineinzustecken. Und weil in dieser Situation niemand mehr eine Kamera ruhig halten kann, sind Herberts Filmchen schlicht inakzeptabel.
Irgendwann hat das auch Herbert eingesehen und nun mich engagiert, um ein Filmchen als Werbung für seinen Swingertreff zu drehen.
Nachdem ich in einem nahe gelegenen Hotel Quartier bezogen habe, fahre ich also zu Herbert. Ich klingele. Dann höre ich das Klappern von hohen Absätzen auf Fliesen. Nun wird die Tür geöffnet und eine knapp bekleidete junge Frau fragt mich mit schwerem russischen Akzent: “Bist du zum erstenmal hier?” “Mein Name ist Tom”, entgegne ich, “Herbert erwartet mich!” Sie nickt und führt mich ins Haus. Ein geräumiger Flur mit großer Garderobe empfängt mich. Rechts führt eine Treppe ins Obergeschoss links eine Treppe in den Keller. Die gegenüberliegende Seite ist eine Wand aus Milchglas mit einer großen Tür. Dahinter höre ich gedämpfte Musik und Stimmen.
Meine Empfangsdame öffnet die Tür und ich betrete einen Raum von etwa 70 qm. Rechts führt eine Tür in eine kleine Küche. Halbrechts sehe ich eine kleine Bar, an der ein paar Russen-Nutten hocken. In einer Nische links davon steht eine Sitzgruppe. Dort sitzen zwei Nutten und ein potentieller Freier und kucken gelangweilt Pornos.
Eine Fensterfront mit Schiebetür schließt den Raum auf der gegenüber liegenden Seite ab und gibt den Blick frei auf einen gepflegten Garten und einen um diese Jahreszeit abgedeckten Swimmingpool.
Gleich rechts geht es in die Küche. Dort stehen Herbert, seine Frau Natascha und ein kleiner Türke namens Ali. “Hey Tom”, begrüßt mich Herbert jovial, ” du bist etwas früh dran, die Action hier geht wohl erst in zwei bis drei Stunden los.” Dann bietet er mir eine Flasche Bier an und führt mich im Haus herum. Im Keller stehen Sauna, Whirlpool und eine große Matratzenfläche für ausschweifende Orgien. Neben den bereits erwähnten Räumlichkeiten finden sich im Erdgeschoss noch vier Räume, in die sich Kunden mit den Mädchen zurückziehen können.
Die ersten Männer gehen mit den Damen auf Tuchfühlung
Wieder in den Küche stellt mir Herbert den kleinen Türken vor: “Das ist Ali, er ist für die Verpflegung zuständig und hat auch unsere Internet-Seite gebaut. Da kommt dann auch das Video rein, was du heute drehen sollst. Natascha ist meine Frau.” Natascha ist natürlich nicht nur Herberts Frau, sie ist auch Teil seines Geschäfts. Denn natürlich steht Natascha gegen die übliche “Zimmermiete” auch den Freiern zur Verfügung. Sie ist Anfang dreißig, hat eine kräftige aber wohlgeformte Figur, trägt Strapse, Nylons, High Heels und darüber ein schwarzes Netzkleid. Mann könnte sie mit Fug und Rechts als hübsch bezeichnen, auch wenn sie schon ein wenig verlebt wirkt. Ihr Beruf scheint aber auch das Hobby von Natascha zu sein. Als Herbert mir sein Geschäftsprinzip mit der 30minütigen Zimmervermietung erklärt, schimpft er auf seine Frau: ” Alle Mädchen halten sich an die 30 Minuten. Nur Natascha nicht, einfach zu geil. Wir müssen dann immer an die Tür klopfen, damit sie endlich aufhört.”
Im Laufe des Abends werde ich noch ein paar anschauliche Beispiele für Nataschas Geilheit bekommen. Das Obergeschoss der Villa ist der Familie vorbehalten, denn einen Sohn von fünf Jahren haben Herbert und Natascha auch noch.
Eine gute Stund nach meinem Erscheinen liefert ein Catering-Service ein Spanferkel und diverse Salate an. Ob das hier die Standard-Verpflegung ist, oder ob Herbert hier nur für sein Werbevideo auftrumpfen will, kann ich nicht beurteilen.
Ich beginne mit dem Dreh, während Ali fachmännisch das Spanferkel zerlegt. Der große Raum hat sich inzwischen mit Freiern gefüllt. Und auch ein paar einzelne Damen sind dazu gestoßen. Bis auf eine sind es Bremer Nutten, die hier noch ein paar Euro hinzu verdienen wollen. Nur eine ist eine echte Swingerin, eine attraktive Frau von Mitte 30, die sich hier so richtig durchvögeln lassen will. Im Gegensatz zu den anderen Mädchen geht sie aber nur mit den Männern aufs Zimmer, die ihr gefallen.
Eine weitere Stunde später verkündet Herbert seinen Gästen die Nachricht des Tages: “Leute, hört mal her, wir machen heute ein Werbevideo. Keine Sorge, Gesichter werden darauf nicht zu erkennen sein. Dafür entfällt heute jegliche Zimmermiete!” Im Klartext bedeutet das, das die Typen für ihre 80 Euro ein ordentliches Büfett bekommen, freie Getränke und dazu noch vögeln können, was der Schwanz hergibt. Dennoch sind die biederen Familienväter ein wenig unsicher. Also trete ich vor: “Keine Sorge, ich habe mit keinen von euch einen Vertrag. Ihr könnt euch wirklich darauf verlassen, dass jedes Gesicht unkenntlich gemacht wird. Ansonsten könntet ihr Herbert und mich wegen Schadenersatzes in den Ruin klagen!”
Das scheint zu wirken. Sofort wird die Stimmung gelöster und die ersten Männer gehen mit den Damen auf Tuchfühlung. Und schon bald sind alle miteinander im Clinch. Und Natascha zeigt, dass sie ihren Beruf liebt. Mit Wollust und schmatzend saugt sie sich an der Eichel eines korpulenten Mittvierzigers fest. Auch Herbert ist bald mitten im Geschäft. Während sich seine Gattin von einem Freier von hinten begatten lässt, kniet sich unser Herbert vor sie und lässt sich oral bedienen.
Zwischen den wild kopulierenden Zweier- und Dreier-Kombinationen turnt Ali herum und sammelt die benutzen Teller wieder ein. Und dann turnt da noch einer rum. Und hält gnadenlos mit der Videokamera drauf. Ich, euer Tom.
Eine weitere Stunde später habe ich den Film fertig. Ein bisschen Schneidearbeit und Herbert hat sein Zeugs für die Website.
Herbert wird begeistert sein. Und angeblich steigen die Zugriffe auf seine Website.
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